Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Erkundung der lokalen Kultur und Geschäftswelt in Changsha, China

This post is also available in: Englisch, Vereinfachtes Chinesisch, Holländisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch

Falls Sie meine jüngsten Reisen mitverfolgt haben, werden Sie wissen, dass mein Team und ich verschiedene Städte in China besucht haben. Wir berichteten über die wirtschaftlichen Bedingungen, erkundeten die Kultur und besuchten Unternehmen auf der Suche nach potenziellen Investitionsmöglichkeiten. Unser nächster Blog-Stopp ist Changsha, die Hauptstadt der Provinz Hunan.

High-speed train, Guiyang, China station
Hochgeschwindigkeitszug, Guiyang, Haltestelle China

Mein Team und ich fuhren mit dem Hochgeschwindigkeitszug von der neuen (und riesigen) Haltestelle in Guiyang nach Changsha. Wir begannen unsere Reise mit über 200 Kilometer pro Stunde. Wir fuhren durch eine bergige Landschaft und ließen zahlreiche Tunnel und Brücken hinter uns zurück.

Unser Mittagessen kauften wir im Zug, wo wir auch kostenlos Getränke und Snacks erhielten, darunter knackig-grüne, abgepackte getrocknete Erbsen mit chinesischen Schriftzeichen, die übersetzt „amerikanische Erbsen“ bedeuten. Der Snack erinnerte mich an meine kurze Zeit bei einer Werbeagentur auf der Madison Avenue in New York, als ich noch studierte. Damals führten wir im Auftrag eines bekannten Lebensmittelunternehmens die Marktforschung für eine Art dehydriertes Erbsenprodukt aus. Die Erbsen mussten nicht gekühlt und konnten in Wasser eingeweicht werden, wo sie sich in fette, saftige Erbsen verwandelten, die frisch aussahen. Das Unternehmen wählte den Markennamen „Dornröschen“-Erbsen. Unsere Befragung potenzieller Verbraucher ergab jedoch, dass die Umfrageteilnehmer das Märchen mit „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ verwechselten und den Produktnamen mit dem vergifteten Apfel assoziierten. In Kombination mit dem unappetitlichen Aussehen der verschrumpelten Erbsen vor dem Einweichen bedeuteten das Ende des Projekts. Doch meine getrockneten „amerikanischen Erbsen“ auf dieser Reise schmeckten ziemlich gut.

Nachdem wir Guiyang verlassen hatten, legten wir auf dem Weg nach Changsha mehrere Stopps ein, darunter in Zhijiang, dem Ort des letzten großen Kampfes mit den Japanern im zweiten Weltkrieg, sowie in Shaoshan, dem Geburtsort des Vorsitzenden Mao Zedong. Schließlich erreichten wir Changsha und den Changsha Südbahnhof mit acht Bahnsteigen, der 2009 eröffnet wurde.  Der Bahnhof ist Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke Beijing – Guangzhou – Shenzhen – Hongkong und verfügt über ein riesiges Parkgelände, das praktischerweise auf der gleichen Ebene wie der Ankunftsbereich für Regionalreisende gelegen ist.  Rote und grüne Lichter über jedem Parkplatz zeigen an, ob dieser besetzt oder frei ist.  Wie unser Zug war auch die Parkfläche sehr voll.  Beim Wegfahren telefonierte unser Fahrer über die Freisprechanlage, und ich bemerkte einen kleinen Mao auf dem Armaturenbrett. Da Mao während seiner prägenden Zeit viele Jahre in Changsha zuhause war, ist es nachvollziehbar, dass er hier geehrt wird. Der Fahrer erklärte jedoch, dass die Figur außerdem dazu da sei, das Böse oder Unglück fernzuhalten.

Riding with Chairman Mao
Fahrt mit dem Vorsitzenden Mao

Der dichte Verkehr auf dem Weg zu unserem Hotel ließ darauf schließen, dass die umfassenden bereits ergriffenen Maßnahmen zur Schaffung von Infrastruktur in China noch nicht ausreichen.  Der Fahrzeugabsatz in China mit 21 Millionen Personenwagen im Jahr 2015 übertrifft mittlerweile den der USA, wo im gleichen Zeitraum 17,5 Millionen Leichtfahrzeuge verkauft wurden.[1] Trotzdem kommen in China nur sieben Fahrzeuge auf 100 Menschen, im Vergleich zu 70 pro 100 in den USA. Es besteht also Raum für weiteres Wachstum.[2]

Changsha ist von drei großen Flüssen umgeben, dem Xiang, dem Liuyang und dem Laodao. Die Stadt ist daher ein wichtiger Umschlagpunkt für Güter, die aus ganz China auf Flussschiffen und Lastkähnen hierher transportiert werden. Die chinesischen Schriftzeichen für Changsha bedeuten „langer Sand“, womöglich weil sich in der Mitte des Xiang, der ein Nebenfluss des Jangtse ist, eine Sandbank befindet.

Die Stadt ist nicht nur für den Fluss- und Bahnverkehr, sondern auch für den Flugverkehr ein strategischer Knotenpunkt. Der Flughafen Changsha-Huanghua dient als das regionale Drehkreuz für China Southern Airlines und andere lokale Fluggesellschaften mit Verbindungen in zahlreiche Großstädte im In- und Ausland, darunter Hongkong, Bangkok, Seoul, Busan und Osaka. Im Jahr 2015 verzeichnete der Flughafen einen Rekord von 19 Millionen beförderten Passagieren.[3]

Im Jahr 2013 erfolgte der erste Spatenstich im Rahmen des Vorhabens „Sky City“. Der Wolkenkratzer sollte mit 838 Metern und 220 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt werden sollte, womit er den Burj Khalifa in Dubai übertreffen würde. Das Projekt wurde jedoch von den Behörden gestoppt. Als Grund führten sie fehlende staatliche Lizenzen an und zitierten Experten, die Zweifel zum Ausdruck gebracht hatten, dass ein solch großes Gebäude in nur sieben Monaten auf sichere Weise errichtet werden könne. Derzeit befindet sich der Bau offenbar in der finalen Genehmigungsphase. Berichten vor Ort zufolge wird das Fundament jedoch von ansässigen Bauern als Fischzuchtanlage genutzt. Ob das Gebäude jemals fertiggestellt werden wird, bleibt also ungewiss. Unterdessen wurde in Changsha ein Mini-Sky-City-Projekt mit 57 Etagen in weniger als einem Monat fertiggestellt.

Riverview In Changsha, China
Blick auf den Fluss in Changsha, China

In den vergangenen Jahren hat sich Changsha zu einem wichtigen Kreativzentrum für Fernsehen und Unterhaltungskunst entwickelt. So produzieren die zahlreichen TV-Stationen in der Stadt einige der beliebtesten Programme Chinas. Letztere sind fungieren zudem als Motor für andere Formen der Unterhaltung, darunter Karaokebars, Tanzclubs und Theatervorführungen, sowie für damit zusammenhängende Geschäfte wie Friseursalons, Modeläden und Imbissbuden, die abends heiße und scharfe Snacks servieren.

Unser Hotel im Bereich des North Star Delta war mit einem riesigen Einkaufszentrum verbunden und Teil eines Mischnutzungsprojekts mit Apartments, Geschäften und wunderschönem Gehsteig sowie Radweg am Flussufer entlang.  Offenbar wurde das Projekt im Auftrag der Regierung umgesetzt – dem Anschein nach war es wirtschaftlich nicht tragbar, zumindest auf kurze Sicht. Die vier 30-stöckigen Türme waren zwar fertiggestellt, doch ebenso leer wie die Läden, und unser Hotel war nicht ausgebucht.

Unseren ersten Unternehmensbesuch in Changsha statteten wir einem Gesundheitsanbieter ab. Der Firmengründer hatte festgestellt, dass in chinesischen Krankenhäusern Augenprobleme nur eingeschränkt behandelt wurden, da es an der erforderlichen Ausrüstung fehlte. In Zusammenarbeit mit staatlichen Hospitälern und anderen Partnern beschaffte er ausreichend Geld, um in Krankenhäusern Augenkliniken ins Leben zu rufen und diese mit modernen Geräten für eine spezialisierte Behandlung auszustatten. Das Unternehmen wuchs schnell, und er expandierte mit weiteren eigenständigen Einrichtungen für Augenheilkunde. Ein Manager erklärte uns, die größte Herausforderung bestehe darin, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, weswegen sie verschiedene Anreizprogramme bereitstellen, darunter Aktienanteile für Ärzte. Zu den angebotenen Behandlungen zählen Lasik-Operationen, Entfernung des grauen Stars und Korrektur der Sehkraft anhand von Brillen (Optometrie).

Im Rahmen unserer Suche nach Investitionsmöglichkeiten besuchten wir das Finanzamt der Volksregierung der Stadt Changsha, wo wir den Direktor und stellvertretenden Direktor trafen. Sie begrüßten und erklärten uns, das Amt unterstütze Unternehmen in Changsha dabei, Zugang zum Kapitalmarkt zu erhalten, und diene als Brücke zwischen Firmen und Investoren, indem es zur Börseneinführung ermutige. Insbesondere sammelt es Informationen über Unternehmen, die für eine Notierung an den verschiedenen chinesischen Börsen in Frage kommen könnten, und veröffentlichen eine Liste dieser Firmen, aktuell 200 an der Zahl. Den Beamten zufolge ist Changsha verglichen mit den Küstengebieten kaum entwickelt, verfügt jedoch dank seiner strategischen Lage im Zentrum Südchinas und als Drehscheibe für Talent, Informationen sowie Kapital über gute Möglichkeiten, seinen Rückstand aufzuholen. Durch Changsha verlaufen zwei Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken, die die Kommunikation zwischen der Stadt und weiter entwickelten Regionen an der Küste ermöglichen. Eine weitere Trasse (die Chongqing und Xiamen miteinander verbindet) befindet sich im Bau. Die Bewohner der Stadt arbeiten hart und sind abenteuerlustig. Es gibt drei prestigeträchtige Hochschulen, die nationale Universität für Verteidigungstechnologie, die Hunan-Universität und die Universität Zentral- und Südchinas, die die Kommerzialisierung von Technik fördert.

Wie die Beamten erklärten, benötigen die meisten Unternehmen vor dem Börsengang Private-Equity-Investitionen. Es herrsche jedoch starker Wettbewerb und vorbörsliche Bewertungen seien Schwankungen unterworfen.

Eines Abends gingen wir nach unseren Unternehmensbesuchen ins Theater zu einer Live-Show mit Sängern, Tänzern und Komikern aus Hunan, die von einer Unterhaltungsgruppe mit Wurzeln im Geschäft der seltenen Erden produziert worden war. Die Eintrittskarten für die Show waren relativ teuer, doch das Theater war voll mit chinesischen Touristen und Gruppen. Die Show begann mit im Las-Vegas-Stil tanzenden Frauen in Kostümen, gefolgt von Sketchen und musikalischen Darbietungen. Eine Komikerin war spitze und brachte die Zuschauer ununterbrochen zum Lachen. Sie forderte Chris, einen unserer Analysten, auf, zu ihr auf die Bühne zu kommen und Szenen aus dem Film Titanic nachzuspielen. Sie fuhr mit einer Reihe doppeldeutiger Wortspiele fort, die ich nur teilweise verstand und die die anderen Zuschauer nicht vollständig übersetzen konnten (oder es war ihnen zu peinlich).  Sie strapazierte die Lachmuskeln des Publikums aufs Äußerste und brachte Chris in höchste Verlegenheit. Auch wenn ich nicht alle Witze kapierte, verfehlte das komödiantische Spektakel nicht seine Wirkung auf mich.

Catching a show in Changsha, China
Show in Changsha, China

Bei einem weiteren Auftritt stellte der Showmaster einen der Sänger als eine Person aus sehr ärmlichen Verhältnissen vor. Es wurden Filme aus seinem früheren Leben in einer mittellosen Bauerngemeinde sowie darüber, wie er jetzt den Armen auf dem Land mit Geld und Geschenken hilft, gezeigt. Der Showmaster bat dann das Publikum, die Musik des Sängers (auf CD) zu kaufen, um dessen gemeinnützige Aktivitäten zu unterstützen. Ein Sänger trank mehrere Flaschen Bier, die die Zuschauer „spendeten“ – eine Methode, das Publikum dazu zu bewegen, das Bier auf den Tischen vor sich zu trinken und mehr zu kaufen. Diese Verkaufstaktik hatten wir bereits bei anderen Shows in China beobachtet.

Zudem besuchten wir ein Unternehmen, das eine große Vielfalt von Medien, darunter Lehrbücher, populäre Bücher, Zeitungen, Audio- und Videoprodukte sowie Papier- und Druckmaterialien verlegt und verbreitet. Wir erfuhren, dass das Unternehmen für Online-Lernprodukte interessanterweise keine Genehmigung vom chinesischen Bildungsministerium benötigt, sondern über individuelle Geschäftsvereinbarungen mit Schulen verfügt. Die Inhalte basieren jedoch auf gedruckten Lehrbüchern, die bereits von der Regierung geprüft wurden. Ich sprach mit einem Mitarbeiter des Unternehmens über den Gebrauch von britischem Englisch gegenüber amerikanischem Englisch. Er sagte, er bevorzuge ersteres, sein Sohn studiere allerdings im Bundesstaat Missouri in den USA.

Nach dem Besuch schauten wir uns im Stadtmuseum von Changsha um, in dem der Gründervater der Volksrepublik China, Mao Zedong, geehrt wird. In den frühen 1900ern war Mao Zedong Student an der Lehrerbildungsanstalt in Changsha. Später war er dort als Lehrer und Direktor tätig.  Ein großer Bau mit einer Kunstgalerie war wegen Renovierung geschlossen. Wir konnten jedoch das bescheidene Haus besichtigen, in dem Mao und seine Ehefrau gelebt hatten. Ein kleines Gebäude diente als Geschäftsstelle des Zentralkomitees der kommunistischen Partei in Hunan. An der Stelle steht zudem eine enorme, aus Aluminium und Magnesium bestehende sieben Meter hohe Statue des Vorsitzenden Mao bei einer Ansprache der Massen. Nach dem Museumsbesuch aßen wir auf der gegenüberliegenden Seite, in einem kleinen Nachbarschaftsladen in einer Gasse eine Schüssel wohlschmeckender Nudeln. Ich bemerkte ein Poster an der Wand und fragte einen meiner chinesischen Kollegen, was es damit auf sich hatte. Er sagte, es sei Werbung für eine Art von Investmentfonds, der hohe Renditen verspreche. Es war ein wenig ironisch, in direkter Nähe der Statue einer kommunistischen Ikone eine Anzeige zu sehen, die für die Kapitalmärkte warb. Wie sich die Dinge verändert haben!

Mao Zedong
Mao Zedong

Am nächsten Tag besuchten wir eine Firma, die Kameralinsen für Mobiltelefone herstellt. Die Bearbeitung des Glases ist das Spezialgebiet des Unternehmens und – wie wir erfuhren – sehr arbeits-, technik- und kapitalintensiv mit relativ hoher Eintrittsbarriere. Wir erkundigten uns, ob sie befürchteten, dass sich eine Verlangsamung der Absatzsteigerung bei Smartphones und Tablets auf ihr Geschäft auswirken würde. Ein Manager, mit dem wir sprachen, gab sich zuversichtlich, dass es neue Wachstumstreiber geben würde, wie z. B. tragbare Geräte. Das Unternehmen beschäftigt 80.000 Mitarbeiter und treibt aktiv die Automatisierung der Produktion voran.

Nach dem Ausflug zu dem Linsenhersteller besuchten wir ein großes Wohnbauprojekt. Dabei handelte es sich um ein Luxusvorhaben, das an einem spektakulären Standort am Xiang gelegen und an den übrigen drei Seiten von Bergen umgeben ist. Es wird den chinesischen Anforderungen an Feng Shui sowie Geomantie perfekt gerecht – was Glück in ein Zuhause bringen soll. Zuvor befand sich auf dem Grundstück eine alte Werkzeugmaschinenfabrik. Einen Teil der alten Betriebsstätte integrierte der Architekt geschickt in den Gesamtentwurf. Das Hauptfabrikgebäude dient jetzt als Klubhaus sowie als Büro für das Bauprojekt und verfügt über ein Café, einen Erholungs- und einen Begegnungsbereich. Der Architekt versah das zweite Stockwerk mit einer einzigartigen geschwungenen Holztreppe – ein echter Blickfang. Dieses anspruchsvolle Vorhaben erfüllt – ebenso wie viele andere Projekte dieser Art, die wir in China sahen – drei wichtige Kriterien: Es befindet sich im Stadtzentrum, verfügt über einzigartige natürliche Ressourcen, und die betreffende Stadt besitzt eine reiche historische Kultur. Als es um die Ausgaben für die Instandhaltung ging, erklärte die Geschäftsführung, sie plane, für das Kehren der Etagen und die Bewachung der Immobilien Roboter einzusetzen, um dem Arbeitskräftemangel und steigenden Lohnkosten Rechnung zu tragen. Von dem Vorsitzenden des Unternehmens erfuhren wir darüber hinaus, dass in den Restaurants für die Bewohner bereits acht Küchenroboter arbeiten.

Nachdem wir die Stadt verlassen hatten, fuhren wir zu einem Park für Spezialtechnologie, um Führungskräfte eines Umweltschutzunternehmens zu treffen. Die Firma bietet ein vollständiges Spektrum von Umweltlösungen in den Bereichen Immissionsschutz, Abwasseraufbereitung, Behandlung von Feststoffabfall, Energiesparen und Bodensanierung. Mir wurde klar, dass die Regierung und das Volk Chinas es mit der Verbesserung der Umwelt und der Säuberung der Luft wirklich ernst meinen. Luftreinhaltung ist ein großes Geschäftssegment für das Unternehmen, was angesichts der hohen Luftverschmutzung in chinesischen Städten nicht überrascht. Die Geschäftsleitung wies uns darauf hin, dass Kohle – auch wenn ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch im Sinken begriffen sein mag – in der nahen Zukunft wahrscheinlich die primäre Energiequelle in China bleiben wird.

Ebenfalls zu einer größeren Sorge in China entwickelt sich die Qualität der Böden, deren Sanierung (einschließlich Ackerland und Industrieflächen) in den kommenden zwei Jahren daher ein rasantes Wachstum erfahren wird. Zu den Hauptschadstoffen im Boden zählen Schwermetall und organische Materialien. Das chinesische Gesetz zur Verhinderung und Behandlung von Bodenverschmutzung wurde auf dem 18. Nationalen Volkskongress (NVK) der kommunistischen Partei vorgestellt und im Mai 2015 ausgearbeitet sowie dem Staatsrat zur Genehmigung vorgelegt. Es wird voraussichtlich 2016 in Kraft treten. Laut den Führungskräften des Unternehmens, das wir besuchten, ist Hunan aufgrund der florierenden Buntmetallindustrie die Provinz mit der höchsten Bodenkontamination in China. Private Firmen werden wahrscheinlich Gemeinschaftsunternehmen mit der Regierung bilden, um in die Projekte zu investieren. In der Vergangenheit wurden bereits ausländische Firmen mit Knowhow auf diesem Gebiet von chinesischen Unternehmen übernommen.  Unter den Beschäftigten des von uns besuchten Unternehmens war eine Reihe amerikanischer und chinesischer Wissenschaftler, von denen viele einen Doktorabschluss besitzen.  Die Erfahrung von Ausländern in der Entfernung von Giften, Petrochemikalien und anderen Schadstoffen aus dem Boden wird in China von großem Nutzen sein, seit dort die Verunreinigung des Grundwassers zu einem kritischen Problem wird.

Zwischen unseren Unternehmensbesuchen schauten wir uns außerdem eine Reihe von großen Einkaufsmeilen in der Stadt an. In den Einkaufszentren und Straßen von Changsha fanden wir alle bekannten internationalen Markennamen vor. Diese werden heute jedoch von der steigenden Zahl lokaler Marken verdrängt, die ihren Marktanteil durch die Kombination von ausländischem mit lokalem Knowhow zur Vermarktung ihrer Produkte vergrößert haben. Wie haben gesehen, dass die Globalisierung und der technische Fortschritt in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen auf Schwellenländer haben – und diese Reise war keine Ausnahme. Unser Besuch in Changsha und der verschiedenen Unternehmen sowie der Touristenattraktionen hat uns großen Spaß gemacht.

Shopping mall in Changsha, China
Einkaufszentrum in Changsha, China

 

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzmärkten in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Volatilität, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzmärkten verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

[1] Quellen: Chinesischer Verband der Automobilhersteller, Wall Street Journal, Januar 2016.

[2] Quelle: Bloomberg, World Bank, Stand: 2011.

[3] Quelle: Website der Stadtverwaltung von Changsha, „International Travelers Upsurge with Booming Open Economy“ (Anstieg der Zahl internationaler Reisender im Zuge der boomenden offenen Wirtschaft),

Dezember 2015

Twitter

Halten Sie sich auf dem Laufenden

Blog-Aktualisierungen direkt in Ihre Mailbox

Leave a reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Erforderliche Felder sind mit * markiert.