Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Kurze Einschätzung zum Brexit und den Schwellenmärkten

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Am Freitag, dem 24. Juni, wachten die Finanzmärkte rund um die Welt mit einem Brexit-Kater auf. Das Vereinigte Königreich hat entschieden, aus der Europäischen Union (EU) auszutreten, was für viele Anleger, mich selbst eingeschlossen, überraschend kam. Ich hatte den Eindruck, dass ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU mehr negative als positive Folgen hat, und damit gerechnet, dass auch die Briten das so sehen würden.

Nach der Abstimmung traf die Unsicherheit über die Lage und das, was jetzt kommen wird, sämtliche Märkte. Die Schwellenländer waren keine Ausnahme – und der MSCI Emerging Markets Index rutschte stark ab. Ich bin allerdings der Meinung, dass die längerfristigen Auswirkungen nach dem Abklingen des ersten Schocks weniger gravierend sein werden, da Handel und Investitionen der Schwellenländer breit diversifiziert sind. Mit Großbritannien betreiben die meisten von ihnen relativ wenig Handel.

Manche Schwellenländer sind allerdings enger mit Großbritannien verbunden, sodass die Folgen dort stärker zu spüren sein könnten. Das gilt beispielsweise für einige südostasiatische Länder mit historischen Verbindungen zu Großbritannien. Ebenso könnten bestimmte Unternehmen mit Aktivitäten in Großbritannien betroffen sein, beispielsweise Banken, die dort in Immobilien (oder Filialen) investiert haben, um ihre Projekte zu finanzieren.

Wenn Handelsverbindungen auseinanderbrechen, könnten in Großbritannien angesiedelte Produzenten abwandern, weil sie sich mehr Vorteile von einem Verbleib in der EU erwarten. Dies wiederum könnte für osteuropäische Schwellenmärkte ein Hoffnungsschimmer bedeuten. Denn möglicherweise werden bestimmte Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten in diesen Ländern angesiedelt, die zur EU gehören, aber niedrigere Kosten als im übrigen Europa bieten.

Allgemein gesehen ändert die Brexit-Entscheidung jedoch nichts an meiner Einschätzung für die Schwellenländer und das Anlagepotenzial, das ich dort langfristig sehe. In meinen Augen zeigt das Votum der Welt, dass nicht nur die Schwellenmärkte mit politischer Instabilität kämpfen – sondern auch die Industrieländer. Zwar könnte uns die Volatilität noch eine Weile erhalten bleiben, doch meiner Meinung nach werden sich die Märkte bald wieder beruhigen. Zum Teil erklärt sich die kurzfristige Volatilität durch das unerwartete Abstimmungsergebnis – die Märkte hatten das Austrittsszenario schlicht unzureichend eingepreist.

Meiner Meinung nach dürfte das Brexit-Votum keine größeren Auswirkungen auf die Geldpolitik in den Schwellenländern oder den USA haben. Wenn die Volatilität rund um den Brexit zurückgegangen ist, dürfte sich die US-Notenbank bei ihren Analysen wieder auf die US-Daten zu Arbeitslosigkeit, Wachstum und Inflation konzentrieren. Die große offene Frage für die Marktbeobachter aber liegt natürlich in den Folgewirkungen für die EU. Wenn der Eindruck entsteht, dass auch andere Mitglieder aus der Union austreten wollen, wird die Unsicherheit anhalten. Und das wäre schlecht für die europäischen und die US-Märkte. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Schwellenmärkte sich davon absetzen können und dass bestimmte Länder aufgrund ihrer besonderen Fundamentaldaten eine Erholung erleben werden.

WICHTIGE HINWEISE

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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