Investmentabenteuer in den Emerging Markets

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Mark Mobius: Das nächste Kapitel

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Ich verlasse Franklin Templeton Investments mit gemischten Gefühlen, freue mich aber auf das nächste Kapitel meines Lebens und das, was die Zukunft noch bringt. Seitdem ich meine Absicht bekannt gegeben habe, mich nach mehr als 30 Jahren beim Unternehmen zurückzuziehen, bin ich von einem bittersüßen Wirbel an Aktivitäten mitgerissen worden.

Sie werden in Zukunft zweifellos mehr von mir hören, aber ich plane, diesen Blog an das talentierte Team von Portfoliomanagern und Research-Analysten bei Franklin Templeton zu übergeben. Sie werden ihre Expertenmeinungen zu den Schwellenländern mit Ihnen teilen, und ich bin mir sicher, dass Sie die Kommentare auch weiterhin aufschlussreich, anregend und unterhaltsam finden werden.

In meinen letzten Tagen hier beim Unternehmen habe ich zahlreiche Fragen darüber erhalten, was ich als nächstes zu tun gedenke. Möglicherweise werden Sie das ein oder andere auch bereits in der Finanzpresse gelesen haben. Aber ich dachte mir, ich beantworte an dieser Stelle einige der häufigsten Fragen, die ich erhalten habe.

F: Mark, warum haben Sie beschlossen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Franklin Templeton zu verlassen und einen anderen Gang einzulegen?

A: Es war eine sehr schwierige Entscheidung! Dreißig Jahre erscheinen wie eine lange Zeit, aber sie sind für mich sehr, sehr schnell vergangen, da ich so viele interessante Projekte hatte. Seit 1987, als ich zum Unternehmen gewechselt bin, sind das Team und das verwaltete Vermögen enorm gewachsen. Ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist, etwas Neues auszuprobieren. Ich möchte Aktivitäten und persönliche Interessen verfolgen, denen ich bislang nicht genügend Zeit widmen konnte. So möchte ich beispielsweise mindestens noch ein Buch schreiben.

Ich muss betonen, dass ich ein sehr starkes und erfahrenes Team zurücklasse. Einige Mitglieder des Teams, das vor 30 Jahren mit mir angefangen hat, sind immer noch beim Unternehmen, und viele andere sind bereits seit zehn Jahren oder mehr hier. Für unsere Anleger sollte es also ein nahtloser Übergang sein. Die Nachricht meines Ausscheidens bei Franklin Templeton war kein großer Schock. Es war vielmehr etwas, auf das sich das Team und das Unternehmen bereits eine Weile lang vorbereitet hatten. Stephen Dover, CIO der Templeton Emerging Markets Group, leitet das Team inzwischen seit mehr als einem Jahr, und ich denke, es war damals eine gute Entscheidung für ihn, die Zügel zu übernehmen, da dies mein Ausscheiden etwas leichter macht. Natürlich ist es trotzdem schwierig für mich, zu gehen!

F: Sie ziehen sich also von Franklin Templeton zurück. Ich finde es allerdings schwer, mir vorzustellen, dass Sie sich einfach irgendwo an einen Strand setzen werden. Was sind Ihre Pläne für die nächste Phase?

A: Um ehrlich zu sein, wenigstens für eine Weile würde ich nur allzu gerne irgendwo am Strand sitzen! Aber das kann sehr langweilig werden, und das Wort „Ruhestand“ taucht in meinem Wortschatz nicht wirklich auf. Ich betrachte dies daher eher als einen Wechsel in eine neue Phase meiner Karriere und meines Lebens. Ich möchte noch viele andere Dinge tun – aber ich beabsichtige immer noch, ein Befürworter der Schwellenländer zu bleiben, wenn ich das so sagen darf, denn das war meine Karriere und meine Leidenschaft. Solange die Menschen mir also zuhören wollen, werde ich auch weiterhin meine Einschätzungen mit ihnen teilen!

F: Wenn Sie einmal zurückblicken, was hat Ihnen an Ihrem Beruf am besten gefallen und was hat Ihnen die größte Zufriedenheit verschafft?

A: Ich habe es definitiv genossen, so viele interessante Orte auf der ganzen Welt zu bereisen, und natürlich ist es äußerst befriedigend, Kunden dabei zu helfen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Aber das Beste waren für mich zweifellos die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, meine Kollegen hier bei Franklin Templeton. Die Templeton Emerging Markets Group hat wirklich tolle Analysten, die äußerst kompetent sind. Sie sind in vielerlei Hinsicht Teil meiner Familie, und es war toll, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Franklin Templeton war über lange Zeit hinweg mein Zuhause, und im Laufe der Jahre habe ich eine Menge sehr enge Beziehungen zu meinen Kollegen aufgebaut. Ich hoffe, dass ich weiterhin mit vielen von ihnen in Kontakt bleiben werde.

F: Apropos Reisen an interessante Orte – Sie waren in Asien ansässig, gelten aber auch ein bisschen als Vagabund, der den Globus schon oft umrundet hat. Gibt es Orte, die Sie noch nicht besucht haben und die Sie gerne unbedingt noch sehen möchten?

A: Ich habe die meisten Länder der Welt bereist, aber es gibt einige, die ich noch nicht besucht habe. Ich war noch nie in Nordkorea, und es gibt auch ein paar Länder in Afrika, wo ich noch nicht war. Zudem gibt es eine Reihe von Ländern, die ich zwar bereits besucht habe, in die ich aber gerne zurückkehren würde, um dort mehr Zeit zu verbringen. Es gibt Orte, an denen ich nur ein, zwei Tage verbracht habe, während ich andere über mehrere Wochen oder Monate hinweg besucht habe. Ich gehe davon aus, dass Hongkong weiterhin mein Zuhause sein wird. Aber ich beabsichtige, weiter zu reisen, solange ich dazu in der Lage bin.

F: Welches war das schwierigste Marktereignis, das Sie durchstehen mussten? Wie sind Sie damit umgegangen, und was haben Sie aus der Erfahrung gelernt?

A: Es hat während meines Lebens sehr, sehr viele schwierige Marktereignisse gegeben – da fällt es mir schwer, ein einzelnes herauszusuchen. Eine der schwierigsten Phasen während meiner Zeit bei Franklin Templeton, an die ich mich nur allzu gut erinnere, war die Zeit Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre, als wir vor dem Hintergrund einer galoppierenden Inflation in Lateinamerika investieren wollten. In Brasilien lag die Inflation damals bei 2.000 % bis 3.000 %, und auch Argentinien verzeichnete eine von dramatischer Inflation geprägte Phase. In einem solchen Umfeld war es alles andere als leicht, den Wert einer Aktie in Lokalwährung zu ermitteln.

F: Sie haben Ihre jüngeren Jahre damit verbracht, in verschiedenen Bereichen zu studieren und zu arbeiten, bevor Sie Ihre lange, erfolgreiche Karriere im Investmentmanagement begonnen haben. Was raten Sie jungen Anlegern, die gerade erst anfangen?

A: Ich denke, eines der wichtigsten Merkmale einer erfolgreichen Karriere im Investmentmanagement ist Aufgeschlossenheit. Man darf keine Möglichkeit ausschließen. Man muss immer bereit sein, Neues zu lernen. Und dabei bescheiden bleiben. Bescheidenheit ist sehr wichtig, denn wenn man in der Lage ist, bescheiden zu bleiben, kann man Neues lernen und neue Ideen akzeptieren. Die Welt verändert sich so schnell, da ist es sehr, sehr wichtig, diese Einstellung beizubehalten.

F: Sie sind zweifellos aktiver als die meisten Menschen in Ihrem Alter. Was hält Sie am Laufen, und wie sorgen Sie dafür, dass Sie im Herzen jung bleiben?

A: Jung geblieben bin ich wohl dadurch, dass ich mich für fast alles interessiere. Ich bin sehr stark an so vielen verschiedenen Bereichen des Lebens interessiert. Ich mag es, weiter zu studieren und zu lernen, und ich halte sowohl meinen Geist als auch meinen Körper aktiv. Ich versuche auch, eine positive Einstellung zum Leben zu haben – das ist sehr, sehr wichtig.

F: Was glauben Sie, welches Vermächtnis werden Sie nach 30 Jahren bei Franklin Templeton hinterlassen?

A: Ich hoffe, ich hinterlasse ein Vermächtnis der harten Arbeit, der Neugier und des Lernens. Ich denke, das sind die Dinge, für die ich wirklich gerne in Erinnerung bleiben möchte.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen von Mark Mobius dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

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