Investmentabenteuer in den Emerging Markets

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Chinesisches Neujahr: Die Symbolik im Jahr des Schweines

Am 5. Februar 2019 läutet das chinesische Neujahrsfest das Jahr des Schweines ein. Traditionell ist das Schwein das zwölfte und letzte Tierkreiszeichen im astrologischen Zyklus der Chinesen.

Chetan Sehgal und Andrew Ness von Franklin Templeton Emerging Market Equity beleuchten, wie die Eigenschaften des chinesischen Tierkreiszeichens Schwein mit Themen verbunden sein könnten, über die sich die Anleger 2019 Gedanken machen.

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Ende des astrologischen Zyklus, nicht des Konjunkturzyklus

Der astrologische Zyklus der Chinesen endet traditionell mit dem Jahr des Schweines. Dieses Jahr trifft 2019 mit den Sorgen mancher Beobachter zusammen, dass der aktuelle weltweite Konjunkturzyklus an sein Ende gelangt.

Wir teilen diese Sichtweise nicht. Ungeachtet einiger Anzeichen für langsameres weltweites Wachstum insbesondere in China gibt es für den aktuellen Zyklus aus unserer Sicht durchaus noch Spielraum.

Nach Jahren ungestümen Wachstums steht China nun vor mehreren Herausforderungen, die seine Dynamik belasten könnten, denn die Handelsspannungen kollidieren mit den Bemühungen um die Neuausrichtung seiner Wirtschaft. Aufgrund der Wachstumsverlangsamung könnte es aus unserer Sicht zu einer größeren Streuung bei den Unternehmensgewinnen kommen, die an allen Märkten letztlich die Spreu vom Weizen trennen wird.

Auf kurze Sicht sind wir zurückhaltend. Wir rechnen nicht mit einer harten Landung, denn aus unserer Sicht vermittelt das staatlich gelenkte System Chinas ausreichend Vertrauen in seine Handlungsfähigkeit. Bisher ist China imstande, Wirtschaftswachstum und Strukturreformen abzustimmen.

 Das Schwein als Zeichen des Wohlstands

In den vergangenen Jahren dürfte das Anwachsen der Mittelschicht der einflussreichste demografische Faktor in den Schwellenländern gewesen sein, auf dem das Wachstum in diesen Ländern zu einem Großteil basierte. Wir erwarten, dass die steigende Nachfrage beim Binnenkonsum 2019 die Schwellenländer gegenüber Belastungen von außen weniger anfällig macht.

Die wachsende Mittelschicht und der zunehmende Wohlstand dürften auf mittlere bis lange Sicht auch die „Premiumisierung“ weiter vorantreiben und die Nachfrage nach High-End-Produkten in den Schwellenländern ankurbeln. Wir sind davon überzeugt, dass stark positionierte Unternehmen mit Premiummarken und erstklassigen Produkten in den kommenden Jahren ein nachhaltiges und über dem Branchendurchschnitt liegendes Wachstum erzielen werden.

Besonders beeindruckend ist eine neue Generation von Mega-Unternehmen, deren Erfolg sich auf konsumorientierte Innovation gründet. Sie sind stark an den Bedürfnissen einer wachsenden, ausgabenfreudigen Mittelschicht ausgerichtet und setzten ihr Know-how für die Erfüllung dieser Bedürfnisse ein. Hyperwettbewerbsfähige Unternehmen haben etablierte Geschäftsmodelle übersprungen und ihre Mitbewerber aus dem Westen in vielen Fällen überholt.

Eine industrielle Revolution

Frühere Überlieferungen über die Entstehung des chinesischen Tierkreises machen die Faulheit des Schweines für seinen letzten Platz im astrologischen Zyklus verantwortlich. Heute stellen chinesische Astrologen eher den Fleiß des Schweines heraus.

Bei Betrachtung der Investmentlandschaft am Übergang zum Jahr des Schweines fällt deutlich der wachsende Fleiß von Schwellenländerunternehmen auf.

Schwellenländerunternehmen sind Innovatoren in Technologie. Häufig werden neue Technologien in Schwellenländern besser angenommen, da noch keine Infrastruktur existiert.

China ist mittlerweile in mehreren Branchen ein beachtenswerter Innovator. So haben rasche Verbesserungen bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien das Land zum weltgrößten Markt für Elektrofahrzeuge gemacht.

Der Fortschritt Chinas in der Automobilbranche ist teilweise auf das Bestreben der Regierung zurückzuführen, das Land zur weltweiten Nummer 1 bei grüner Energie zu machen. 2017 versprach die chinesische Regierung Investitionen von 360 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien bis 2020 und verwarf ihre Pläne zum Bau von Kohlekraftwerken.

Seitdem haben die chinesischen Behörden die offiziellen Ziele für saubere Energiequellen bereits übertroffen. Nach unserer Ansicht fügt sich der Kampf gegen die Umweltverschmutzung durch die Herstellung der nächsten Generation intelligenter Autos in die breitere Strategie Chinas ein, die Führung bei Innovation zu übernehmen.

In der chinesischen Pharmabranche führte die staatliche Politik, die Entwicklung neuer Arzneimittel gegenüber Generika zu bevorzugen, zu einer Steigerung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Unternehmen. Dies könnte den Grundstein für eine Pipeline bahnbrechender Therapien chinesischer Arzneimittelhersteller legen.

Diese Unternehmen sind Wahrzeichen der „New Economy“ Chinas, die auf Technologie und Konsum ausgerichtet ist. Wir halten den chinesischen Konsumsektor für einen gewichtigen Faktor. Nach einem rasanten Wachstum in den vergangenen 20 Jahren ist er mittlerweile der zweitgrößte der Welt, und der Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen.

Verhaltener Optimismus 

Unserer Meinung nach werden die langfristigen Aussichten für China stark davon abhängen, wie das Land mit seinen Herausforderungen umgeht. Ferner gibt es auch breitere systemische Spannungen, mit denen es sich auseinandersetzen muss. Falls die chinesischen Bemühungen um eine Neuausrichtung in einer Wirtschaft resultieren, die stabiler und nachhaltiger ist, wäre das Land auch in den kommenden Jahrzehnten nahezu sicher ein struktureller Wachstumstreiber für die Schwellenländer. Wir werden die Entwicklungen genau verfolgen.

 

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Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte dieser Länder entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

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