Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Mena

Der „Halo-Effekt“ der Hochstufung Saudi-Arabiens zum Schwellenland

Laut Salah Shamma, Head of Investment von Franklin Templeton Emerging Markets Equity für die MENA-Region, markiert die Aufnahme Saudi-Arabiens in den MSCI Emerging Markets Index einen wichtigen Meilenstein für diese Region. Er erläutert den „Halo-Effekt“ durch diesen Schritt, der Maßnahmen anderer bedeutender Indexanbieter widerspiegelt, und die Gründe, warum globale Anleger die Region nicht mehr so leicht ignorieren können.

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Die Aufnahme Saudi-Arabiens in den MSCI Emerging Markets (EM) Index1 vergangene Woche ist ein weiterer großer Sprung für die Kapitalmärkte des Königreichs und ein wichtiger Meilenstein für die gesamte Region Naher Osten und Nordafrika (MENA). Der „Halo-Effekt“ des Schritts von MSCI, der auf ähnliche Hochstufungen durch die Indexanbieter FTSE Russell und S&P Dow Jones zuvor in diesem Jahr folgt, wird in den Handelsräumen der gesamten Region zu spüren sein, da die MENA-Region zu einem Investmentziel wird, das die globalen Anleger nicht länger ignorieren können.

Saudi-Arabiens neuer Status als Schwellenland sollte in vielerlei Hinsicht als weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung dieses Aktienmarkts betrachtet werden. Wir erwarten, dass die weitere wirtschaftliche Expansion und die zunehmenden ausländischen Investitionen seine Ambitionen für einen tieferen, dynamischeren Aktienmarkt unterstützen werden.

Die Heraufstufung Saudi-Arabiens auf Schwellenländer-Status resultiert aus mehreren Kapitalmarktänderungen und Verbesserungen an seiner Aktienmarktinfrastruktur. Überdies ist das Tempo, mit dem Reformen im Königreich umgesetzt werden, beeindruckend. Wie in anderen kleinen Schwellenländern ist eine Vielzahl erheblicher sozialer und wirtschaftlicher Veränderungen zu beobachten.

Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Saudi-Arabiens sind weiterhin solide, und seit Anfang 2019 gibt es zudem zahlreiche Entwicklungen, die uns zu der Auffassung bringen, dass sich das Land inmitten einer Erholung befindet. So verdeutlicht der Erfolg der jüngsten Anleihenemissionen von Saudi Aramco und des Staates die Fähigkeit Saudi-Arabiens, Kapital und damit einhergehend auch mehr ausländische Investoren anzulocken. Staatliche Vorhaben in Saudi-Arabien werden wieder angeschoben, und die Konsumzahlen wie z. B. die Daten elektronischer Verkaufsstellen sowie die Kreditkartentransaktionen insgesamt legen ebenfalls zu. All diese Faktoren tragen dazu bei, die Bedenken der Anleger zu lindern und die Wertentwicklung des Marktes insgesamt zu stützen.

Der Aufstieg in den MSCI EM Index ist aus unserer Sicht das nächste transformative Liquiditätsereignis für Saudi-Arabien. In Anbetracht dessen setzen wir weiterhin auf Sektoren, die mit der spannenden Erholungsstory des Landes verzahnt sind, einschließlich der Sektoren Banken und zyklische Konsumgüter.

Wir erwarten durch die Aufnahme Saudi-Arabiens in den MSCI EM Index einen beträchtlichen Anstieg der ausländischen Kapitalzuflüsse. Mehr als 8,6 Milliarden US-Dollar wurden von internationalen institutionellen Anlegern in diesem Jahr bereits am Markt angelegt, darunter 2,5 Milliarden US-Dollar passive Zuflüsse über börsengehandelte Fonds (ETF). Alles in allem dürften die Zuflüsse auf den Markt nach unseren Erwartungen am 28. Mai, dem Tag der Erstaufnahme durch MSCI, 6,5 Milliarden US-Dollar und insgesamt 40 Milliarden US-Dollar betragen (aufgrund der Gewichtung Saudi-Arabiens von 2,7 % im MSCI EM Index bei der Aufnahme).2

Sollte der Börsengang von Saudi Aramco 2021 zustande kommen, wie manche Medienberichte andeuten, könnte sich der Anteil des Landes am MSCI EM Index nahezu verdoppeln. Die Höhe der ausländischen Beteiligungen am saudischen Aktienmarkt befindet sich mit 3,2 % (ohne strategische Beteiligungen) nun auf einem Rekordhoch. Dies ist ermutigend, im Vergleich zu anderen Schwellenländern jedoch nach wie vor wenig.

Nach unserer Überzeugung wird der „Halo-Effekt“ der Aufnahme Saudi-Arabiens in den MSCI EM Index künftig auf alle Börsen der MENA-Region ausstrahlen und dafür sorgen, dass die internationalen Anleger der wachsenden Allokation der Region mehr Beachtung schenken werden. Die MENA-Region dürfte von den globalen Anlegern demnach nicht mehr so einfach übergangen werden. Bisher machte die MENA-Region über die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar und Ägypten rund 1,8 % des MSCI EM Index aus.

Mit der Aufnahme Saudi-Arabiens wird dieser Anteil am Index nach der zweiten Aufnahme-Phase im August deutlich auf rund 4,5 % steigen. Darüber hinaus besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Kuwait von MSCI im nächsten Monat auf Schwellenländer-Status hochgestuft wird. Die Erwartung dieses Schritts befeuerte bereits die jüngsten Zugewinne bei kuwaitischen Aktien. Für den Fall der Hochstufung könnten die passiven Kapitalzuflüsse an den kuwaitischen Markt nach unserer Schätzung mehr als 2 Milliarden US-Dollar (und bis zu 10 Milliarden US-Dollar insgesamt) betragen.

Nach unserer Überzeugung machen Liquiditätsereignisse wie die Hochstufung durch Indexanbieter wie etwa MSCI, FTSE Russell und S&P Dow Jones den Besitz von Aktien der MENA-Region um vieles attraktiver. Nun, da die MENA-Region in Benchmarks wie dem MSCI EM Index vertreten ist und mit Ländern wie Brasilien, Südafrika und Indien konkurriert, ist sie wirklich auf der Weltbühne des Investments angekommen. Der „Halo-Effekt“ wird bei den Anlegern in hohem Maße zu spüren sein.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte dieser Länder entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

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  1. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. MENA ist derzeit mit Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten vertreten. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt. MSCI gibt keine Gewährleistung und übernimmt keinerlei Haftung für die hier wiedergegebenen MSCI-Daten. Eine Weiterverbreitung oder weitere Nutzung ist nicht zulässig. Dieser Bericht wurde von MSCI weder erstellt noch bestätigt. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen der Datenanbieter verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com.
  2. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

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