Investmentabenteuer in den Emerging Markets

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Gutes Quartal dank starker Entwicklung im Juni

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Drei Themen, die uns heute beschäftigen:

1. Die Vereinigten Staaten und China vereinbarten beim G 20-Gipfel Ende Juni eine Wideraufnahme der Handelsgespräche. Die Vereinigten Staaten entschieden sich auch gegen die Einführung neuer Zölle und für die Lockerung einiger Beschränkungen für den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei, während China dem umfangreichen Einkauf landwirtschaftlicher und sonstiger Produkte aus den Vereinigten Staaten zustimmte. Dieser Waffenstillstand verringerte zwar kurzfristig die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation, wir erwarten angesichts der ungelösten Probleme zwischen den beiden Ländern jedoch langwierige Gespräche. Weltweit reagierten die Märkte – vor allem im Technologiesektor – positiv auf die Nachrichten. Währenddessen verringerte China neben der Diversifizierung seiner Handelsbeziehungen ganz allgemein seine Abhängigkeit vom Handel. Der Inlandskonsum macht nun einen Großteil des chinesischen Wirtschaftswachstums aus (76 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2018 gegenüber 59 % 2017). Nettoexporte belasteten das Wachstum 2018 jedoch mit 9 % (gegenüber einem Beitrag von 9 % 2017). Ferner konnten wir bis jetzt nur geringfügige Auswirkungen der US-Zölle auf chinesische Exporteure feststellen,
da nur 19 % der chinesischen Exporte 2018 in die Vereinigten Staaten gingen.

2. Wie weithin erwartet verlieh der Indexanbieter MSCI Kuwait im Juni EM-Status. Kuwaits Anteil am MSCI Emerging Markets (EM) Index dürfte mit der Umsetzung im Mai 2020 rund 0,5 % betragen. Mit erheblichen Reserven, geringer Verschuldung und einem stabilen Bankensektor ist Kuwait ein herausragender Akteur im
EM-Umfeld. Darüber hinaus verzeichnet Kuwait bedeutende Fortschritte bei steuerlichen und strukturellen Reformen und engagiert sich stark für die Entwicklung einer dynamischen und lebhaften Privatwirtschaft. Auch wenn es noch ein weiter Weg ist, sind die Ergebnisse von Kuwaits Maßnahmen, den Einfluss des öffentlichen Sektors auf die Wirtschaft zu verringern, aus unserer Sicht ermutigend. Das Land löst sich von seiner Ölabhängigkeit durch die Entwicklung seiner Infrastruktur, indem es in Humankapital investiert und die Einbindung des Privatsektors fördert. Ob wohl sie gegenüber anderen EM-Titeln mit einem Aufschlag gehandelt werden, bleiben die Bewertungen in Kuwait aus unserer Sicht angemessen. Überdies sind wir der Auffassung, dass der Gewinnausblick für notierte kuwaitische Unternehmen einen Bewertungsaufschlag unterstützt. Auf die Sektoren bezogen bleiben wir hinsichtlich Kuwaits Bankensektor besonders positiv – er weist vor dem Hintergrund sinkender Rückstellungen und besserer Asset-Qualität eine bessere Rentabilität auf.

3. Der Bereich Small Caps aus Schwellenländern bleibt für uns attraktiv. Wir finden stets weitere Anlagemöglichkeiten im Gesundheitswesen sowie Unternehmen, die von langfristigen Trends im Zusammenhang mit Konsum und Innovation profitieren dürften. Demografische Veränderungen und eine alternde Bevölkerung in Schwellenländern verschärfen den Druck auf die Gesundheitssysteme. Unserer Meinung nach werden diese Faktoren für Krankenhäuser, Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel und Medizintechnik sowie die Pharmaindustrie weiterhin günstig sein. Das Umfeld im Gesundheitswesen verändert sich ebenfalls, denn das zunehmende Bewusstsein der Verbraucher erhöht den Bedarf an medizinischen Versorgungsleistungen und Wellness-Angeboten. Wir beobachten, dass immer mehr Verbraucher in dem Wunsch, besser auszusehen und sich besser zu fühlen, auf präventive Gesundheitsvorsorge setzen. Der zunehmende Inlandskonsum stellt auch weiterhin einen langfristigen Wachstumstreiber für Schwellenländer dar. In Unternehmen aus Schwellenländern werden Technologien nicht nur ganz selbstverständlich eingesetzt – in vielen Bereichen haben sie sich gar zu weltweiten Vorreitern in Sachen Innovation aufgeschwungen. Wir gehen davon aus, dass Technologie die Schwellenländer weiter verändern wird, da Pioniere im Technologiesektor zur Norm werden, indem sie ganze Branchenumfelder verändern, während Unternehmen weiter verstärkt auf Technologie und Innovationen setzen.

Ausblick

Aktien aus Schwellenländern tendierten im ersten Halbjahr 2019 aufwärts, da der Umschwung der US-Notenbank auf eine gemäßigtere Ausrichtung, attraktive Bewertungen in den Schwellenländern und die Suche nach Anlagen mit höheren Renditen Unterstützung boten. Volatilität war jedoch allgegenwärtig, da bei den Verhandlungen zwischen den USA und China zu Beginn des Jahres erst Fortschritte erzielt wurden, bevor sie im Mai dann jedoch zum Erliegen kamen. Eine Entscheidung zur Wiederaufnahme der Gespräche sorgte Ende Juni dann für eine unmittelbare Erholung.

Wir gehen davon aus, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China auch weiterhin eine erhebliche Belastung darstellen wird. Auch wenn wir den vorübergehenden Waffenstillstand im Handelskrieg begrüßen, glauben wir nicht, dass die längerfristigen Spannungen damit ein Ende gefunden haben. Unseres Erachtens sollten Anleger auf weitere Marktvolatilität vorbereitet sein, während die beiden Großmächte bestehende Differenzen hinsichtlich einer Vielzahl wirtschaftlicher und geopolitischer Themen beilegen.

In diesem ungewissen Umfeld halten wir auch weiterhin an unserem Bottom-up-Anlageansatz fest. Wir sind davon überzeugt, dass Research aus erster Hand, selbst erarbeitete Erkenntnisse und ein weitläufiges Netzwerk in den Schwellenländern erforderlich sind, um die Auswirkungen des Handelskriegs über die Entwicklung der Zölle hinaus zu analysieren und attraktive Anlagechancen zu ermitteln.

Unser Schwerpunkt liegt auch weiterhin auf Unternehmen, die eine nachhaltige Ertragskraft an den Tag legen und im Vergleich zu ihrem inneren Wert und anderen im Anlageuniversum der Schwellenländer verfügbaren Investments zu einem Abschlag gehandelt werden.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Aktien aus Schwellenländern beendeten ein volatiles Quartal mit leichten Zugewinnen, blieben jedoch hinter ihren Pendants aus den Industrieländern zurück. Weltweite Handelsbeziehungen und die Aussagen der Zentralbanken dominierten die Anlegerstimmung. Im Juni einigten sich die USA und China auf eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche, nachdem die Verhandlungen im Mai zum Stillstand gekommen waren und eine neuerliche Runde von Zollerhöhungen und Handelsbeschränkungen ausgelöst hatten. Die Fed äußerte sich angesichts immer stärkerer wirtschaftlicher Unsicherheit zurückhaltend und förderte dadurch die Markterwartungen für Zinssenkungen. Insgesamt werteten die Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar auf. Der MSCI Emerging Markets Index legte während des Quartals um 0,7 % zu, während der MSCI World Index eine Rendite von 4,2 % erzielte (jeweils in US-Dollar).

Die wichtigsten Bewegungen in den Schwellenmärkten in diesem Monat

  • Im zweiten Quartal schwankten asiatische Aktien zwischen Gewinnen und Verlusten, beendeten den Berichtszeitraum jedoch negativ. Chinesische Aktien gingen aufgrund des erneut aufgeflammten Handelskonflikts zwischen den USA und China und schwachen Wirtschaftsdaten zurück. Verluste am Markt wurden durch Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Handelskrieg in der Vorbereitung auf ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Ende Juni begrenzt. Das Treffen brachte sehr konstruktive Ergebnisse – die Vereinigten Staaten sagten, sie würden neue Zölle auf chinesische Produkte zurückhalten und Handelsbeschränkungen für Huawei lockern, wenn China seine Importe von US-Waren steigert. Die Märkte in Pakistan und Südkorea waren ebenfalls rückläufig. Allerdings stiegen die Aktienmärkte in Thailand, den Philippinen und Indonesien. Die Bestätigung von General Prayuth Chan-o-cha als thailändischem Premierminister im Juni nach einer Parlamentswahl im März beendete die politische Unsicherheit im Land.
  • Lateinamerikanische Aktien stiegen mit der Unterstützung durch Gewinne in Argentinien, Brasilien und Mexiko. Der Aktienmarkt in Argentinien verzeichnete nach der Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Index eine Rally. Im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahlen begrüßten die Anleger auch Präsident Mauricio Macris Wahl eines moderaten Oppositionsführers zum Kandidaten für den Posten des Vizepräsidenten. Angesichts der guten Aussichten für eine entscheidende Rentenreform stiegen die Aktienmärkte in Brasilien. Die Regierung deutete für Juli die mögliche Verabschiedung eines Reformvorschlags im Unterhaus an, der auf Steuereinsparungen von über 900 Mrd. BRL
    (234 Mrd. USD) innerhalb von zehn Jahren abzielt. Aufgrund der Handelsspannungen verzeichneten mexikanische Aktien gedämpfte Renditen.
  • Mexiko willigte ein, die Migration in die Vereinigten Staaten stärker zu kontrollieren, um von Präsident Donald Trump vorgeschlagene Handelszölle zu verhindern. Währenddessen blieb die Entwicklung in Chile, Kolumbien und Peru unter dem Durchschnitt in der Region. Perus Wirtschaftswachstum stieg im April kaum, teilweise aufgrund der Schwäche im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie.
  • Die Aktienmärkte in Europa, im Nahen Osten und in Afrika tendierten insgesamt steigend. Russland, Ägypten und Südafrika zählten zu den Märkten, die solide Gewinne verzeichneten. Anspruchslose Aktienbewertungen in Russland zogen Anleger an. Darüber hinaus reduzierte die russische Zentralbank ihren Schlüsselzinssatz im Juni und deutete an, weitere Zinssenkungen seien wahrscheinlich.
  • Das Wirtschaftswachstum in Ägypten nahm im ersten Quartal Fahrt auf und die Regierung prognostizierte eine weitere Steigerung für das zweite Quartal. Bei steigenden Preisen für Gold und andere Metalle stiegen Bergbauaktien in Südafrika und stützten den Markt. Im Mai gewann der regierende African National Congress die Parlamentswahlen. Aktien in Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten gingen hingegen zurück.

 

WELCHE RISIKEN BESTEHEN? 
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert.

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