Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Gast Blogger

Schwellenländer: Malaysischer Haushalt 2020: ein heikler Drahtseilakt

Der kürzlich vorgestellte Haushalt Malaysias für 2020 ist laut Sukumar Rajah und Hanifah Hashim ein Bekenntnis zu nachhaltigem, langfristigem Wachstum. In diesem Beitrag beschreiben sie, wie ausländische Investitionen und Initiativen in den Bereichen Verkehr und Beschäftigung die Binnenwirtschaft des Landes ankurbeln könnten.

This post is also available in: Englisch

Wir halten den malaysischen Haushalt für 2020 für einen Drahtseilakt zwischen Verringerung des Haushaltsdefizits und Vermeidung einer Konjunkturverlangsamung.

Finanzminister Lim Guan Eng kündigte einen moderat expansiven Haushalt zur Unterstützung wachstumsorientierter Initiativen an.

Insgesamt belegt der Haushalt nach unserem Dafürhalten das Bekenntnis, das Haushaltsdefizit zu verringern und in Richtung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums zu gehen. Dies umfasst wachstumsorientierte Initiativen zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur, Steuererleichterungen für die Elektronik-Branche und Anreize zur Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen.

Binnenwirtschaft im Blickpunkt

We view Malaysia’s announced budget measures as supportive of the domestic economy. The measures focus on improving private investment by attracting higher value-added activities and promoting a productive economy through digital initiatives.

Innovative employment initiatives such as „Malaysians@Work“ should provide employment opportunities for Malaysians, while reducing the dependency on imported labor. The government introduced the Malaysians@Work program to reduce the country’s overall unemployment rate. It includes hiring and tax incentives for employers, and focuses on improving working conditions and training for employees as well as creating employment opportunities for youth and women in particular.

We think companies in Malaysia would benefit from a more skilled and motivated workforce, and in turn, should likely translate into improved stock-price performance over the longer term.

Despite these positive domestic developments, external headwinds such as subdued global economic growth, uncertainty over the outcome of US-China trade negotiations and other geopolitical events may continue to weigh on the market in the near term.

Sectors in Focus

Aus unserer Sicht werden die angekündigten Haushaltsmaßnahmen die malaysische Binnenwirtschaft stützen. Ihr Schwerpunkt liegt auf einer Steigerung der privaten Investitionen. Hierfür sollen durch digitale Initiativen Tätigkeiten mit höherem Mehrwert ins Land geholt und eine produktive Wirtschaft gefördert werden.

Innovative Beschäftigungsinitiativen wie „Malaysians@Work“ dürften Beschäftigungschancen für Malaysier schaffen und zugleich die Abhängigkeit von importierter Arbeitskraft verringern. Die Regierung möchte mit dem „Malaysians@Work“-Programm die Arbeitslosenquote im Land insgesamt verringern. Es umfasst Einstellungs- und Steueranreize für Arbeitgeber und konzentriert sich auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Ausbildung von Arbeitnehmern sowie auf die Schaffung von Beschäftigungschancen insbesondere für Jugendliche und Frauen.

Nach unserer Ansicht würden die Unternehmen in Malaysia von besser ausgebildeten und motivierten Arbeitskräften profitieren. Dies wiederum dürfte sich auf längere Sicht in steigenden Aktienkursen niederschlagen.

Trotz dieser positiven Entwicklungen im Inland könnten externe Störungen wie z. B. das schleppende Wachstum der Weltwirtschaft, der ungewisse Ausgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China und andere geopolitische Ereignisse den Markt auf kurze Sicht weiter belasten.

Sektoren im Blickpunkt

Der neue Haushalt könnte sich, bedingt durch die fortgesetzten Anreizmaßnahmen und die größere Zahl von „Visit Malaysia Year 2020“-Initiativen zur Förderung des Tourismus, positiv auf Sektoren wie Bauwesen und Tourismus auswirken.

Unterdessen rechnen wir damit, dass im Immobiliensektor z. B. Wohnungsbauer und Entwickler letztlich die Früchte von Maßnahmen ernten könnten, die das Überangebot an unverkauften Immobilien angehen. Hierzu gehören die Senkung der Schwelle für ausländische Beteiligungen bei Hochhäusern und das Mietkaufprogramm „Rent-to-Own“ (RTO).

Weitere Nutznießer sind u. a. der Technologiesektor (wie etwa die Hersteller elektrischer und elektronischer Bauteile), dem eine zehnjährige Steuererleichterung auf Tätigkeiten mit hohem Mehrwert zugutekommen wird. Zur Inanspruchnahme der neuen Steuererleichterung müssen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren mindestens 5 Milliarden malaysische Ringgit investieren, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu unterstützen, und 150.00 hochwertige Stellen schaffen.

In diesem Monat ging einer der größten Mobilfunkbetreiber Malaysias mit Huawei aus China eine Partnerschaft ein, um das 5G-Netz (Netz der 5. Generation) einzurichten, sobald die Technologie verfügbar ist. Nach unserer Auffassung könnte diese Zusammenarbeit ein Treiber für den Wandel des Technologiesektors, aber auch des Fertigungs-, des Landwirtschafts- und des Gesundheitssektors, hin zu globalen Wettbewerbern sein.

Überdies dürfte auch der Konsumsektor von der Fortsetzung der finanziellen und sozialen Beihilfen profitieren, die feiner und genauer bemessen sind und auf bestimmte Haushalte abzielen.

Ein Blick in die Zukunft

Externe Störungen wie z. B. das schleppende Wachstum der Weltwirtschaft, die Ungewissheit um den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China und geopolitische Unsicherheit könnten die Märkte auf kurze Sicht weiter belasten.

Unseren Beobachtungen zufolge hat der malaysische Anleihenmarkt das im Haushalt angekündigte höhere Defizitziel von 3,2 % weitgehend eingepreist. Zudem scheinen die Anleger als Reaktion auf das infolge externer Störungen schleppende Wachstum eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte (Bp.) vor dem ersten Quartal 2020 einzupreisen.

Die letzten im Haushalt vorgestellten Konjunkturprognosen lassen diese Erwartungen aus unserer Sicht jedoch zweifelhaft erscheinen. Nach unserer Meinung verringern das höhere Inflationsziel von 2 % und das höhere Wachstumsziel von 4,8 % für das Bruttoinlandsprodukt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung in nächster Zeit.

Darüber hinaus dürfte der Schritt der Regierung, strategische Punkte in der Wirtschaft ins Visier zu nehmen, das langfristige Potenzial des Landes weitgehend positiv beeinflussen. Da die Regierung mehr ausländische Investitionen anlocken möchte, dürfte ihre Haushaltsdisziplin nach einem positiven ersten Halbjahr 2019 aus unserer Sicht für den Fall künftiger wirtschaftlicher Schwierigkeiten auch Flexibilität verleihen.

Um Analysen von Franklin Templeton als E-Mail zu erhalten, abonnieren Sie den Blog Investment Adventures in Emerging Markets .

Die neuesten Tipps und Infos für Anleger finden Sie auf Twitter @FTI_Emerging und auf LinkedIn.

Wichtige rechtliche Hinweise

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern.

Die Unternehmen und Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich zur Veranschaulichung. Eine Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die dargestellten Einschätzungen sollen lediglich einen Einblick in den Prozess der Wertpapieranalyse gewähren. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sie sind kein Hinweis auf Handelsabsichten eines durch Franklin Templeton gemanagten Portfolios.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. 

In diesem Dokument möglicherweise verwendete externe Daten wurden von Franklin Templeton („FT“) nicht unabhängig verifiziert, bewertet oder überprüft. FT haftet für keinerlei Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Es liegt im alleinigen Ermessen des Nutzers, auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in den vorliegenden Materialien zu vertrauen. Manche Produkte, Dienstleistungen und Informationen sind möglicherweise nicht in jedem Land verfügbar und werden außerhalb der USA von anderen mit FT verbundenen Unternehmen und/oder ihren Vertriebsstellen, wie nach lokalem Recht und lokalen Vorschriften zulässig, angeboten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen über die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen in Ihrem Land an Ihren eigenen professionellen Berater.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen in die den Zinsen entgegengesetzte Richtung. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken.

Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie wirtschaftliche Unsicherheit und politische Veränderungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte dieser Länder entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Investitionen in schnell wachsende Branchen wie den Technologiesektor (der erfahrungsgemäß eine hohe Volatilität aufweist) können zu größeren Kursschwankungen führen, insbesondere kurzfristig, da technologische Produkte schnell verändert und entwickelt werden. Außerdem können sich die Vorschriften für wissenschaftlich oder technologisch fortschrittliche Unternehmen ändern.

___________________

  1. Quelle: Weltbank, „Breaking Barriers, Toward Better Economic Opportunities for Women in Malaysia“, September 2019.

Leave a reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Erforderliche Felder sind mit * markiert.