Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Antworten auf Leserfragen

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch

Damit ich eine Stadt richtig kennenlernen und mich mit den Bewohnern unterhalten kann, erkunde ich die Straßen am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die großartigen Fragen, die Sie als Leser stellen, sind in gewisser Hinsicht eine digitale Version dieser Erfahrung. Sie bietet mir Perspektiven und Ideen von unermesslichem Wert aus der ganzen Welt. Vielen Dank! Bitte lesen Sie meine Antworten auf einige Ihrer unlängst gestellten Fragen.

F: Warum fallen die Aktienmärkte der Schwellenländer häufig dann (und oft mehr), wenn es Probleme in den Industrieländern gibt? Somsak – Rumänien

Die Geldsummen, die die USA und Europa derzeit in den Schwellenländern investiert haben, übersteigen die der inländischen Investoren der Schwellenländer. Die Prozentzahlen ändern sich jedoch, denn die Investoren der Schwellenländer werden reicher und fokussieren sich mehr auf ihre lokalen Märkte. Wenn negative Meldungen aus den USA oder Europa kommen, ist häufig die erste Reaktion der Investoren, die Länder zu verlassen, die am weitesten von zu Hause entfernt sind und als „risikoreicher“ gelten. Schwellenländer liegen oftmals weit weg von „zu Hause“ und gelten als risikoreicher. Deshalb kann sich die Tendenz, Vermögenswerte abzuziehen, dramatischer auf die Schwellenmärkte als auf die etablierten Märkte auswirken. Allmählich ändern sich die Einstellungen, denn mehr Investoren stellen fest, dass viele Schwellenländer generell schneller wachsen, höhere Devisenreserven und niedrigere Verschuldungsquoten als viele Industrieländer haben. Interessant wird sein, zu sehen, wie sich diese Dynamik weiterentwickelt.

F: Ist es nicht frustrierend oder sogar entmutigend für Sie, wenn solide Unternehmen in gesunden Volkswirtschaften (vor allem in Asien) durch die Probleme in anderen Teilen der Welt auf ein niedrigeres Niveau fallen? Und haben Sie nicht auch den Eindruck, dass viele Dinge derzeit keinen Sinn ergeben? Beispiel: Die Zinsen von Staatsanleihen sind so niedrig, aber Anleger kaufen sie immer noch. Peter – Holland  

Es ist erstaunlich, dass die Märkte so viele Unregelmäßigkeiten aufweisen. Deswegen sind wir allerdings nicht frustriert oder entmutigt, denn wir haben die Möglichkeit, unterbewertete Aktien zu kaufen! Wir erzielen in erster Linie ein gutes Wertpotenzial, indem wir kaufen, wenn andere verkaufen und wenn wir denken, dass Unternehmen unterbewertet sind.

F: Können Sie sich zu Ihren Aussichten für Rohstoffe äußern? Sind Sie trotz des jüngsten Preisrückgangs weiterhin optimistisch, was das Öl angeht?  Halten Sie Gold künftig für eine Wertanlage oder für einen traditionellen Rohstoff, der eher von der Nachfrage nach Schmuck, Zierrat usw. abhängig ist? Bevorzugen Sie Palladium oder Platin?    Therese – Hongkong

Hinsichtlich der Rohstoffe sind wir langfristig optimistisch, außer dass sie jedoch beträchtlichen Schwankungen unterliegen werden. Wenn wir uns die potenzielle Nachfrage weltweit ansehen, vor allem die in den Schwellenländern, kommen wir zu dem Schluss, dass die Rohstoffpreise insgesamt eventuell steigen könnten. Öl wird teurer und ist schwieriger zu finden. Gleiches gilt für Gold und viele andere Rohstoffe. Gleichzeitig steigt die Nachfrage. Gold dürfte eine potenzielle Wertanlage und ein begehrter Schmuck bleiben, denke ich. Ich glaube auch, dass Palladium und Platin weiterhin gefragt sein werden. Nicht nur für Schmuck, sondern auch für den Einsatz in Katalysatoren in Autos, deren globalen Verkaufszahlen steigen sollten.

F: Haben Sie neben der „langfristigen“ Anlage noch andere Vorschläge für Anleger, die, wie ich bereit sind, regelmäßig zu investieren oder sollten wir die Geldanlage einfach aufgeben? Mich interessiert insbesondere Asien, weil ich denke, dass die Menschen dort tatkräftig und die Volkswirtschaften dynamisch sind. Aufgrund der wiederholten Krisen der Industrieländer sind die asiatischen Märkte jedoch gefallen. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Andreas – Großbritannien 

Ich bin seit Langem ein Befürworter der Dollar-Durchschnittskostenstrategie. Ich beziehe eine langfristige Haltung und investiere über einen Zeitraum von vielen Jahren systematisch mithilfe desselben monatlichen oder vierteljährlichen Geldbetrags in ein diversifiziertes Portfolio aus qualitativ hochwertigen Unternehmen.** Ich denke es ist wichtig, dass kurzfristigen Marktschwankungen oder was in den Schlagzeilen steht, nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wenn Sie sich auf Unternehmen konzentrieren können, die Dividenden ausschütten, und offenbar potenziellen Ertragszuwachs und geringe Verschuldung haben, ist es ebenso nützlich, an einer langfristigen Anlagephilosophie festzuhalten.

F: Es würde mich interessieren, wie zuverlässig die statistischen Quellen der chinesischen Behörden sind und wie ein Anleger in die Schwellenländer die Datenreihen am besten deuten kann. Lukas – Kanada  

Die Statistiken in China sind nach meiner Erfahrung genauso verlässlich wie die in Kanada oder den USA. China ist ein großes Land und die Behörden benötigen zuverlässige Daten, so wie jeder Staat in der Welt. Ich denke, die Zeiten, in denen der Staat die Datenreihen vorsätzlich für Propagandazwecke manipulierte, sind vorbei. Selbst wenn Sie den Statistiken nicht glauben, gibt es viele Möglichkeiten, sie zu bestätigen und nochmals zu prüfen. Wir haben vor Kurzem beispielsweise die Ausfuhrstatistiken von Brasilien, Australien, den USA, Deutschland und anderen Ländern im Hinblick auf China geprüft. Diese Zahlen spiegelten so ziemlich das hohe Wachstum und die Nachfrage wider, die wir in den chinesischen Statistiken fanden. Es ist immer wichtig, Statistiken zu prüfen und nochmals zu überprüfen, denn selbst ohne Manipulation können sich statistische Fehler in den Datenreihen einschleichen, ganz gleich, woher sie stammen. 

**Die Dollar-Durchschnittskostenstrategie garantiert keinen Gewinn oder eine Beseitigung des Risikos. Sie schützt Sie auch nicht vor Verlusten, wenn Sie Aktien bei fallenden Kursen oder zu einem Tiefpreis verkaufen. Ehe Sie diese Strategie einsetzen, sollten Sie sich über Ihre Fähigkeit im Klaren sein, in Zeiträumen mit niedrigem Preisniveau bzw. veränderlicher Wirtschaftslage zu investieren.

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