Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Wachstum von Grund auf in Iskandar

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Unser Emerging-Marktes-Team ist nicht erpicht darauf, der Masse zu folgen. Wesentlicher Bestandteil von Templetons querdenkerischem Ansatz sind Reisen zu Orten, die andere nicht bereisen und an das langfristige Potenzial bestimmter Industriezweige und Unternehmen zu denken, die andere vielleicht nicht auf ihrem Radar haben. Nun wurde Iskandar, Malaysia –  ein Ort, auf den wir seit einigen Jahren ein Auge geworfen haben – seit Kurzem für Investoren immer attraktiver. Ich denke, dies kann man als Beispiel dafür werten, was für ein Potenzial wir insgesamt in Südostasien sehen.

Die ökonomische Entwicklungszone Iskandar umfasst 221.634 Hektar im südlichsten Teil von Johor, Malaysia, und wurde nach den früheren Sultan von Johor, Almarhum Sulton Iskandar, benannt. Zu dieser Region gehört die Stadt Johor Bahru. Das Gebiet ist etwa dreimal so groß wie Singapur, zweimal so groß wie Hongkong und ein Ergebnis der malaysischen Regierungsplanung mit insgesamt fünf Entwicklungszonen. Geplant ist die Vision von einer Stadt, die die neuesten umweltfreundlichen oder „grünen“ Technologien in Gebäuden und im Landschaftsbild integriert, erneuerbare Energien eingeschlossen. Die regionale Entwicklungsbehörde von Iskandar hofft, dass  2025 ungefähr 3 Millionen Menschen in diesem Gebiet leben werden.

2012 hat LEGOLAND seinen ersten asiatischen Themenpark in dieser Region sowie zahlreiche Standorte für Unternehmen, Ausbildung und Unterhaltung eröffnet – von Petrochemie über Lebensmittelverarbeitung bis hin zu einer Rennstrecke – alle sind weitgehend eröffnet oder in der Entwicklung. Förderlich ist die wachsende Nachfrage nach Einzelhandel, Wohneigentum und Gewerbeimmobilien. Letztere sollten diesem Gebiet zu größerem Wirtschaftswachstum und mehr Arbeitsplätzen verhelfen. Wenn Menschen zu einem Ort strömen, vor allem ausländische Investoren, können die Immobilienpreise natürlich in für Einheimische in unerreichbare Höhen schießen. Doch sehen wir derzeit in Iskandar keine Immobilienblase. Die Preise sind aktuell angemessen. Langfristig könnten Einheimische in Johor, die derzeit Eigentum besitzen, von einer potentiellen Steigerung ihrer Eigentumswerte profitieren. 

Singapurs begründete Interessen

Unserer Meinung nach ist Iskandar ein gutes Beispiel für sorgfältige Planung und Weitsicht seitens der malaysischen Regierung. Nun hat das Gebiet den Punkt erreicht, den man als „startklar“ bezeichnen könnte.  Diese Entwicklung sollte einen selbst-generierenden Prozess einleiten mit dem Potential für eine Aufwärtsspirale. Singapur, eine schmale Wasserstraße entfernt gelegen, hat begründete Interessen an Iskandars Erfolg. Unserer Meinung nach könnte dies, solange Malaysia und Singapur eng kooperieren, eine Win-Win-Situation für beide Länder sein. Jüngst kündigten beide Länder Pläne zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen an, u. a. weitere Kooperationen zur Entwicklung Iskandars und eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Kuala Lumpur und Singapur. Wir glauben an ein großes Potenzial für intraregionalen Handel und Entwicklung in Südostasien, und dies hier ist ein Musterbeispiel für diesen Trend.

In den letzten Jahren war ich viele Male in Iskandar. Ich habe einen unglaublichen Wandel in dieser Gegend gesehen seitdem die Regierung dort einen neuen Komplex erbaut hat und der LEGOLAND Themenpark eröffnet wurde. Das macht die Region wirklich bekannt. Für 2013 werden über eine Million Besucher für diesen Park erwartet und es sind bereits Pläne in Arbeit für ein nahe gelegenes Hotel und einen Wasserpark.

Schwellenländer-Wachstum + Demografie = potenzielle Chance

Iskandar ist ein Beispiel dafür, warum für uns die Schwellenländer Asiens ein spannendes Investmentziel sind. Ein Blick auf die asiatischen Wirtschaftswachstumserwartungen verglichen mit den entwickelten Märkten im allgemeinen zeigt Ihnen den Unterschied. Für 2013 prognostiziert der Internationale Währungsfonds ein BIP-Wachstum in den Schwellenländern Asiens von 7,1% gegenüber 1,2%  in den Industrienationen[1]. Wir glauben, langfristig sollte sich starkes wirtschaftliches Wachstum in ein wachsendes Ergebnis in den Schwellenländern Asiens auswirken.

Der innerasiatische Handel wächst, was unserer Meinung nach ebenfalls für eine förderliche Entwicklung spricht. Wir beobachten wachsende Exporte von Asien nach China und prozentual zum Gesamtaufkommen sinkende Exporte in die USA. Das bedeutet: Weniger Abhängigkeit von den USA beim Exportwachstum und lebhafte Nachfrage von Schwellenländer-Volkswirtschaften könnten die Auswirkungen von Schwäche in den Industrieländern abfedern.

Die Demografie zeigt eine andere interessante Entwicklung, was zahlreiche potenzielle Investmentgelegenheiten schafft, insbesondere auf dem Konsumsektor. Betrachtet man die Bevölkerungspyramide sieht man bei den demografischen Daten Asiens eine beträchtliche Anzahl junger Menschen. Dies entspricht einer niedrigeren Altersversorgungsquote, d.h. mehr Menschen fallen in die Kategorie der arbeitenden Bevölkerung und es gibt daher weniger Ruhegeldempfänger. Mit Stand 2010 zeigte die Pyramide einen Verlauf zugunsten jüngerer Menschen, während in Japan und den USA die Älteren einen größeren Prozentsatz der Gesamtbevölkerung aufmachten. Diese divergierende Entwicklungen werden voraussichtlich anhalten.

Der Japan-Effekt

Japans jüngster aggressiverer Kurs zum Wiederankurbeln seiner Wirtschaft könnte sich für Malaysia und seine asiatischen Nachbarn als zweischneidiges Schwert erweisen. Manche glauben, ein schwächerer Yen könnte einen so genannten Währungskrieg entfachen, sowie andere Nationen ihre eigenen Währungen abwerten, um im Exportmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Allerdings könnte ein größeres Yen-Geldvolumen die japanischen Investorenzuflüsse in die Schwellenländer Asiens lenken. Wir beobachten bereits Aktienmärkte weltweit, die viele Auswirkungen dieses Gelddruckens der Zentralbanken absorbieren und Japan gibt noch mehr Öl ins Feuer. Als Kapitalgeber sehen wir daher diese Maßnahmen als potenziell positiv für einen Zufluss in regionale Aktienmärkte, zumindest kurzfristig.

Unserer Meinung nach untermauern Fundamentaldaten unseren Optimismus gegenüber den Schwellenländern im allgemeinen. Wir müssen aber betonen, dass wir bei unserem Aktienauswahlverfahren keinen Top-Down-Ansatz verfolgen. Iskandar ist nur ein Beispiel dafür, wie wir eine Stadt buchstäblich von Grund auf wachsen sehen und damit Investmentmöglichkeiten.


[1] Quelle: © 2013 by Internationaler Wahrungsfonds, “Policy Actions Improve Prospects for Global Economy,” April 2013. Alle Rechte vorbehalten.

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