Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Investmentausblick für 2015: Schwellenmärkte bleiben globale Wachstumstreiber

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Bei Templeton Emerging Markets Group glauben wir, ein hohes Wirtschaftswachstum bleibt auch 2015 ein wichtiges Merkmal vieler Schwellenmärkte. Trotz einer Abschwächung in großen Volkswirtschaften wie Brasilien und Russland dürfte das Wirtschaftswachstum der Schwellenmärkte 2015 insgesamt deutlich höher liegen als in Industrieländern. Dabei dürften China und Indien dem asiatischen Raum besonders kräftiges Wachstum bescheren.

2015_EMGDPForecast

 

 

 

 

 

 

 

 

Ferner haben viele Schwellenländer wie China, Indien, Indonesien, Mexiko und Südkorea maßgebliche Reformen angekündigt oder eingeleitet, die sich im Detail unterscheiden, doch generell auf die Beseitigung bürokratischer Hürden für Wirtschaftswachstum, die Förderung von Unternehmertum und mehr Marktdisziplin in ineffizienten Branchen abgestellt sind. Außerdem heben sie mehrheitlich auf eine Umgewichtung der Wirtschaftsaktivität von export- und investitionslastigen Modellen auf verstärkte Konsumorientierung ab.

Die für 2015 geplante Wirtschaftsgemeinschaft der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN), die zehn wirtschaftlich unterschiedliche südostasiatische Länder zu einer Wirtschaftsorganisation zusammenschließen wird, stellt einen weiteren Reformstrang dar, durch den sich technisch fortgeschrittenere Schwellenländer zum potenziellen beiderseitigen Vorteil verstärkt mit weniger entwickelten Nachbarstaaten vernetzen, die über Ressourcen wie billige Arbeitskräfte und Rohstoffe verfügen. Die Reformen waren kurzfristig mit Kosten verbunden, doch sollten sie von den Regierungen erfolgreich umgesetzt werden, könnten unseres Erachtens schon bald längerfristige Vorteile auf die Wirtschaftswachstumszahlen durchschlagen. Der Schwerpunkt auf Marktdisziplin könnte ebenfalls dazu führen, dass Schwellenländerwachstum und Unternehmensrentabilität einander besser entsprechen.

Die Möglichkeit, dass neue Technologien Wachstumstrends beschleunigen könnten, beurteilen wir positiv. Insbesondere bestimmte Internet- und Mobilfunktechnologien bieten geringer entwickelten Ländern die potenzielle Chance, gleich mehrere Generationen des wirtschaftlichen Wandels reiferer Märkte zu überspringen und direkt auf effiziente moderne Systeme umzusteigen. (Siehe nachfolgendes Diagramm zum weltweiten Absatz von Smartphones.) Dieser Faktor könnte sich als besonders dynamischer Entwicklungstreiber für Grenzmärkte erweisen, zu denen viele afrikanische Länder zählen. Sie könnten Märkten, die bereits von sehr günstigen demografischen Voraussetzungen, Reichtum an natürlichen Ressourcen und geringem Ausgangsniveau beim aktuellen Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt profitieren, zusätzliche Impulse verleihen.

2015_Smartphonesales

 

 

 

 

 

 

 

Potenzielle Herausforderungen

Wir vernachlässigen Probleme, wie die in letzter Zeit schwache Wirtschaftsentwicklung in Brasilien oder Russland und auch die nicht gerade marktfreundliche Richtung der Politik in diesen Ländern nicht. Wir ignorieren auch nicht die Möglichkeit, dass eine militärische Durchsetzung chinesischer Interessen in der Südchinesischen See zu Spannungen führen könnte, oder die starke Nervosität, die Anleger bei den kleinsten Hinweisen auf die Möglichkeit einer geldpolitischen Straffung in den USA an den Tag legen. Wir sind jedoch überzeugt, dass Russland wie Brasilien über die nötigen Ressourcen verfügt, um sich kräftig zu erholen, sobald eine entsprechende Politik verfolgt wird. Vor allem in Russland sind viele Risiken in den Ende Dezember außergewöhnlich niedrigen Aktienbewertungen bereits eingepreist. Dennoch könnte, neben anderen potenziellen Risiken, die mangelnde Bereitschaft der russischen Regierung, ihre Haltung gegenüber der Ukraine zu mäßigen, weitere Sanktionen hervorrufen, die das Anlageumfeld beeinträchtigen. Die Durchsetzung chinesischer, maritimer Interessen muss im Zusammenhang mit anderen außenpolitischen Maßnahmen, wie den „Seidenstraßen“ Initiativen gesehen werden. Diese richten sich auf eine Verbesserung der Beziehungen und die Entwicklung von Handelsbeziehungen mit benachbarten Ländern.

Bezüglich der geldpolitischen Manöver der Industrieländer gilt wohlgemerkt, dass viele Industriestaaten ihre Politik weiter lockern. Die quantitativen Lockerungen Japans dürften für Südostasien ausgesprochen bedeutsam sein. Die außergewöhnliche Geldmengenausweitung hat die Realwirtschaft vielfach nicht erreicht, da sich die Umlaufgeschwindigkeit stark verlangsamt hat. Das zeigt sich in einem rückläufigen Kredit-Einlagen-Verhältnis der Banken in den USA, Europa, Japan und China. Gewinnen die Banken an Zuversicht und vergeben wieder Kredite, könnte sich das neu geschaffene Geld allmählich weltweit auf die Realwirtschaft auswirken.

Ende Dezember wirkten die positiven Trends auf Schwellenmärkte unterbewertet angesichts von Aktienkursen, die allgemein deutlich unter den in Industrieländern erzielten Ständen lagen. Selbst nach jüngsten Rallys auf manchen Schwellenmärkten erschienen sie uns im historischen Vergleich weiterhin attraktiv, vor allem unter Berücksichtigung der extrem niedrigen Anleiherenditen und Zinsen für Spareinlagen. Unsere Bottom-up-Research-Kennzahlen für Aktienanlagen ermitteln weiterhin unserer Meinung nach ansprechende langfristige Investmentchancen und wir beurteilen das Potenzial der Schwellenmärkte nach wie vor optimistisch.

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