Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Chancen durch Wachstum des islamischen Finanzwesens

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Meiner Überzeugung nach bieten islamische oder Scharia-konforme Anlageprodukte, die auf die Investitionsbedürfnisse der 1,6 Milliarden Muslime in der Welt eingehen, Chancen.

Erst vor Kurzem besuchte ich eine Konferenz zum Thema islamische Investitionen, die Franklin Templeton in Dubai veranstaltete.

Die Eröffnungsansprache hielt Seine Königliche Hoheit Sultan Nazrin Muizzuddin Shah, Sultan von Perak Darul Ridzuan und königlicher Schirmherr der malaysischen Islamic Finance Initiative (islamische Finanzinitiative).

Er ging auf die im islamischen Finanzwesen in den letzten Jahren erzielten Fortschritte ein, aber auch auf weiterhin bestehende Herausforderungen.

Dass ein so bedeutender und angesehener Vertreter der islamischen Finanzwelt an unserer Konferenz teilnahm, wirft ein positives Licht auf die Arbeit unseres Teams in Malaysia (einem wichtigen islamischen Finanzzentrum) und aller anderen Mitarbeiter unseres Unternehmens.

Die Teilnahme des königlichen Schirmherren der malaysischen islamischen Finanzinitiative an unserer Konferenz in Dubai war kein Zufall, denn Malaysia und Dubai zählen zu den weltweit größten Befürwortern eines Scharia-konformen Finanzsystems. Beide Länder haben aktiv institutionelle Strukturen entwickelt, die den Weg für die internationale Entwicklung Scharia-konformer Produkte bereiten, darunter auch Scharia-Aktien und Sukuk, wie islamische Anleihen genannt werden. Insbesondere die malaysischen Behörden gehen bei der Förderung der Entwicklung eines umfangreicheren Angebots an Scharia-konformen Finanzprodukten proaktiv vor. Dubai ist Sitz einer der ersten islamischen Banken. Sie wurde 1975 gegründet. Das Emirat will zum großen, globalen Zentrum des islamischen Finanzwesens werden.

At the Franklin Templeton Islamic Forum,  Dubai: Stephen Grundlingh, Co-CEO & Regional Head of Southeast Asia for Franklin Templeton; Datuk Ahmad Anwar Adnan, Malaysian Ambassador to UAE; YBhg Datuk Ranjit Ajit Singh, Chairman of Securities Commission Malaysia; His Royal Highness Sultan Nazrin Muizzuddin Shah Ibni Almarhum Sultan Azlan Muhibbuddin Shah, Sultan of the State of Perak Darul Ridzuan & Royal Patron for Malaysia’s Islamic Finance Initiative; Tan Sri Dato' Sri Dr. Zeti Akhtar Aziz, Governor of Bank Negara Malaysia; Dr. Mark Mobius, Executive Chairman of Templeton Emerging Markets Group; Dhiraj Rai, Director of Gulf & Eastern Mediterranean for Franklin Templeton; Sandeep Singh, CEO & Country Head of Malaysia for Franklin Templeton; Adam Quaife, Regional Head of Central & Eastern Europe and Middle East for Franklin Templeton.
Auf dem Franklin Templeton Islamic Forum, Dubai: Stephen Grundlingh, Co-CEO & Regional Head für Südostasien, Franklin Templeton; Datuk Ahmad Anwar Adnan, malaysischer Botschafter in den VAE; YBhg Datuk Ranjit Ajit Singh, Chef der malaysischen Wertpapieraufsicht; Seine Königliche Hoheit Sultan Nazrin Muizzuddin Shah Ibni Almarhum Sultan Azlan Muhibbuddin Shah, Sultan von Perak Darul Ridzuan und königlicher Schirmherr der malaysischen Islamic Finance Initiative; Tan Sri Dato‘ Sri Dr. Zeti Akhtar Aziz, Chef der Bank Negara Malaysia; Dr. Mark Mobius, Executive Chairman der Templeton Emerging Markets Group; Dhiraj Rai, Director für die Golfregion & den östlichen Mittelmeerraum, Franklin Templeton; Sandeep Singh, CEO & Country Head – Malaysia, Franklin Templeton; Adam Quaife, Regional Head für Zentral- & Osteuropa und den Nahen Osten, Franklin Templeton.

Die Bestrebungen der Befürworter Scharia-konformer Anlagen in Malaysia, Dubai und anderenorts waren 2014 erfolgreich. Mehrere Sukuk-Emissionen kamen aus nicht-muslimischen Ländern, darunter Großbritannien, Hongkong, Südafrika und Luxemburg. Das stellt für eine Produktgattung, die in der Vergangenheit stark lokal geprägt war und nur in einigen wenigen islamischen Ländern emittiert wurde, einen großen Durchbruch dar. Im Verhältnis zu den globalen Finanzmärkten ist das Volumen Scharia-konformer Aktien und Sukuk-Anlagen nach wie vor relativ gering.

Im Vergleich zu seinem konventionellen Gegenstück ist das islamische Finanzwesen nach wie vor eine junge Branche. Sie wächst zwar schnell, stellt aber immer noch nur einen geringen Teil der globalen Finanzanlagen. Die Vermögenswerte der Branche entfallen nach wie vor größtenteils auf Bareinlagen bei islamischen Banken. Aspekte des islamischen Rechts wirken sich auch auf Investitionen aus, so zum Beispiel das Verbot der Zahlung von Zinsen, das sogenannte Riba, und mehrere andere Geschäftszweige und Produkte, die Muslimen verboten sind, wie Alkohol, Waffen und eine Reihe von Lebensmitteln und Aktivitäten im Zusammenhang mit Lebensmitteln. Diese Verbote scheinen prinzipiell recht einfach. In der Praxis kann aber die Auslegung, was Scharia-konform ist und was nicht, durchaus komplex sein. Das macht die aktive Einbeziehung islamischer Gelehrter erforderlich, insbesondere bei der Entwicklung neuer Investmentprodukte zur Erweiterung des Angebots der islamischen Investmentbranche. Dieses Thema bedarf noch ausführlicherer Diskussionen. Außerdem legt jeder Islamwissenschaftler die Scharia-Grundsätze anders aus. Die Festlegung einheitlicher Produktstandards kann daher problematisch sein, und es bestehen von Land zu Land Unterschiede. Viele Produkte erfüllen dann möglicherweise nicht überall die gesetzten Standards.

Da Unternehmen an der Entwicklung zunehmend komplexer Schariainstrumente arbeiten, so zum Beispiel als Derivate oder im Bereich der Währungsabsicherungen, können Interpretationsfragen ein Hindernis für die Marktakzeptanz darstellen. Meiner Ansicht nach steigt aber die Akzeptanz vieler der unausgesprochenen Konzepte der islamischen Investmentphilosophie über den Gedanken ethischer oder sozial verantwortlicher Anlagen zunehmend auch in konventionellen Märkten. Das erzeugt eine offensichtliche Schnittstelle zwischen der Scharia-konformen Finanzwelt und einem immer größeren Bereich des herkömmlichen Finanzwesens. Außerdem dienen Scharia-konforme Anlagen der guten Sache. Sie haben soziale Auswirkungen, die dem Gemeinwesen zugutekommen. Dieser Aspekt scheint potenziell gut zu dem hohen Bedarf an Infrastrukturinvestitionen in weiten Teilen der Schwellenmärkte sowohl in der islamischen Welt, als auch in anderen Ländern zu passen. Diese Investitionen benötigen Finanzierungsquellen, die weit über die Kapazitäten einzelner Staaten hinausgehen.

Angesichts des hohen Aufwands für die Entwicklung international akzeptabler Infrastruktur-Sukuk könnte dieser dringende globale Bedarf meiner Ansicht nach eine ausgezeichnete Gelegenheit darstellen, für deren Wahrnehmung wir bei Franklin Templeton möglicherweise gut aufgestellt sind. Da islamische Länder zu den bevölkerungsreichsten und wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt zählen, bin ich absolut überzeugt, dass Scharia-konforme Anlagen nicht nur immer bedeutsamer werden könnten, sondern auch ein durch und durch würdiges Unterfangen darstellen, das den Idealen unseres Mentors, Sir John Templeton, entspricht.

Wichtige Hinweise:

Die Kommentare, Meinungen und Analysen von Dr. Mobius dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie dürfen nicht als eine individuelle Anlageberatung oder Empfehlung, in ein Wertpapier zu investieren oder eine bestimmte Anlagestrategie zu verfolgen, aufgefasst werden. Da sich Markt- und Konjunkturbedingungen schnell verändern können, gelten Kommentare, Meinungen und Analysen nur für den Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags. Sie können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Material soll keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Branche, eine Anlage oder Strategie darstellen. 

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