Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Schwellenländer im November mit uneinheitlicher Wertentwicklung

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch, Französisch, Spanisch

Für die Schwellenländer war der November ein durchwachsener Monat, da die geänderten Erwartungen hinsichtlich eines Handelsabkommens zwischen den USA und China die Marktstimmung weiter bestimmten. Unser auf Schwellenländeraktien spezialisiertes Team erklärt, warum die Handelsspannungen zwischen den USA und China für bestimmte Schwellenländer keinen allzu großen Sorgenfaktor darstellen. Zudem bietet es einen Überblick über die Meldungen und Ereignisse, die die Entwicklungen der Märkte während des Monats bestimmt haben.

 

Drei Themen, die uns heute beschäftigen

  1. MSCI vollzog im November die dritte Stufe der Aufnahme chinesischer A-Aktien in seine Referenzindizes auf einen Anteil von 20 %. Im Zuge der Erhöhung wurden 472 chinesische A-Aktien mit einer Gesamtgewichtung von 4,1 % in den MSCI Emerging Markets Index aufgenommen. Wenn alle chinesischen A-Aktien im Index aufgenommen sind, könnten sie mehr als 16 % des Index ausmachen, wodurch die Gesamtgewichtung Chinas auf über 40 % steigt. Das gestiegene Engagement dürfte zu weiteren Zuflüssen in den Inlandsmarkt für chinesische A-Aktien führen. Dies könnte für bessere Liquidität, aber auch einen besseren Zugang zu einer breiteren Palette von Unternehmen in strukturellen Wachstumssektoren wie Gesundheit, Technologie und Finanzen sorgen. Eine alternde Bevölkerung und steigende Gesundheitskosten dürften die Nachfrage nach Gesundheitsversorgung steigern, einschließlich von Leistungen, die in Einrichtungen wie z. B. Krankenhäusern und Kliniken erbracht werden. Technologischer Fortschritt und Infrastrukturentwicklung, einschließlich 5G und Internet der Dinge, sind wichtige Anlagethemen. Nach unserer Überzeugung dürfte auch der Finanzsektor von Strukturreformen profitieren, denn Finanzinstitute spielen eine immer wichtigere Rolle bei der effizienten Verteilung von Ersparnissen und Ressourcen.

 

  1. Ein wesentlicher, fester Bestandteil unserer Due Diligence ist die Analyse der Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG). Sie ist in unseren Research-Prozess eingegliedert. Nach unserer Überzeugung können sich ESG-Faktoren erheblich auf den aktuellen und künftigen Wert eines Unternehmens auswirken. Sie sind in das rigorose fundamentale Bottom-up-Research unseres Teams eingebettet. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens versuchen wir, dessen ESG-Praktiken genau kennen zu lernen. Hierbei möchten wir die Geschäftsmodelle identifizieren, die am ehesten imstande sind, auf Dauer hohe Renditen zu erwirtschaften und Wettbewerbsdruck zu widerstehen. Unsere Analysten bewerten kontinuierlich wesentliche Umwelt- und Sozialthemen wie z. B. Rohstoffbeschaffung, Abfallentsorgung und Sicherheitspraktiken. Bei der Beurteilung der Corporate Governance untersuchen wir Faktoren wie etwa Kapitalallokation, Erfolgsbilanz der Geschäftsleitung und Interessenkonflikte. Soweit Bedenken auftreten, ist nach unserer Überzeugung der Dialog im besten Interesse unserer Anteilsinhaber und führt zu besseren Ergebnissen.͏

 

  1. Nach unserer Überzeugung bestimmt Corporate Governance im Kern, wie gut Unternehmen in der Lage sind, im längerfristigen Interesse aller Anteilsinhaber zu handeln. Nehmen wir Russland als Beispiel. Die meisten Anleger verbinden Russland wahrscheinlich nicht mit exzellenter Governance. Doch viele russische Unternehmen haben die Initiative ergriffen, um höhere Governance-Standards zu setzen und den Shareholder Value zu fördern. Daher führen die Unternehmen internationale Standards ein, implementieren Aktienrückkaufprogramme und erhöhen die Dividenden, um den Shareholder Value zu steigern. Die Dividendenausschüttungsquote in Russland stieg von 21,8 % Ende 2013 auf 33,0 % Ende 2018 und zeigt damit den Wandel in der Denkweise der Unternehmen.[1] Dennoch bleibt Russland weltweit einer der am stärksten unterbewerteten Märkte. Per Ende November lag das zukunftsgerichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 6, und die Dividendenrendite betrug 7 %.[2] Nach unserer Auffassung bietet Russland durch Engagements in ausgewählten, etablierten Unternehmen aus den Sektoren Informationstechnologie, Finanzen, Energie und Konsumgüter insgesamt weiterhin interessante Chancen für Schwellenländer-Anleger.

Ausblick

Die geänderten Erwartungen hinsichtlich der Aussichten für ein „Phase 1“-Abkommen zwischen den USA und China trieben die Marktstimmung in den Schwellenländern weiter an. Die Verabschiedung des US-Gesetzes zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong, das die chinesische Regierung als Einmischung der USA in innere Angelegenheiten betrachtete, löste Bedenken aus, dass dies die Verhandlungen belasten könnte. Zwar liegt ein Handelsabkommen nach unserer Überzeugung im Interesse beider Seiten, doch rechnen wir während der Suche beider Regierungen nach einer gütlichen Einigung weiterhin mit Volatilität.

Die Abhängigkeit der Schwellenländer von den Industrieländern wird nach unserer Ansicht jedoch weiter geringer. Die Schwellenländer haben sich sehr viel stärker nach außen hin orientiert und gleichzeitig engere Handelsbeziehungen untereinander aufgebaut. Wir sind davon überzeugt, dass die Schwellenländer heute widerstandsfähiger sind als in früheren Jahrzehnten, da sie aus wirtschaftlich schwierigen Zeiten (beispielsweise aus der asiatischen Finanzkrise des Jahres 1997, die einen Großteil Südostasiens in Mitleidenschaft gezogen hatte) gestärkt hervorgegangen sind. Viele Schwellenländer haben aus der Vergangenheit gelernt und nicht nur Barreserven aufgebaut, sondern auch eine Diversifizierung ihrer Schulden weg vom US-Dollar vorgenommen.

Es lässt sich zudem beobachten, dass Schwellenländer-Unternehmen Innovationen und Technologien nutzen, um traditionelle Geschäftsmodelle zu überspringen und zu durchbrechen. Wir denken, dass Bereiche wie E-Commerce, Digital Banking und mobiles Computing in den kommenden Jahren fundamentale Impulsgeber für die Weltwirtschaft sein dürften. Die Beschleunigung bei der Verbreitung und Nutzung des Internets in den Schwellenländern eröffnet Chancen für Effizienzsteigerungen, höhere Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der Geschäftsfreundlichkeit. Zukunftsträchtige Bereiche wie künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Robotik und das Internet der Dinge ziehen weiterhin Investitionen an und signalisieren nach unserer Einschätzung gute Aussichten.

Konsum und steigender Wohlstand in den Schwellenländern dürften das Wachstum in vielen Regionen ebenfalls anfachen. Die wachsende Mittelschicht und der zunehmende Wohlstand kurbeln die Nachfrage nach High-End-Produkten in den Schwellenländern weiterhin an. Dieser „Premiumisierungstrend“ könnte die Nachfrage nach höherwertigen Produkten wie Luxusautos oder Dienstleistungen wie Unterhaltung und Vermögensverwaltung anheizen. Aus unserer Sicht dürften Unternehmen mit erstklassigen Produkten und Dienstleistungen in den kommenden Jahren ein nachhaltiges Wachstum verzeichnen.

China

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Die Aktien aus Schwellenländern gaben im November nach, während die Aktien aus Industrieländern dazugewannen. Die politischen Unruhen in Teilen Lateinamerikas belasteten die Anlegerstimmung und zogen die Währungen der Region nach unten. Uneinheitliche Meldungen über die US-chinesischen Handelsgespräche zum Abschluss eines Teilabkommens sorgten ebenfalls für stärkere Zurückhaltung. Der MSCI Emerging Markets Index gab im Berichtsmonat um 0,1 % nach, während der MSCI World Index eine Rendite von 2,8 % erzielte (jeweils in US-Dollar).[3]

Die wichtigsten Bewegungen in den Schwellenländern im November

Asiatische Aktien legten aufgrund von Gewinnen in Pakistan, China und Taiwan im Berichtsmonat leicht zu. Chinesische Aktien verbuchten aufgrund der Fortschrittssignale bei den US-chinesischen Handelsgesprächen Zuwächse (obwohl das neue US-Gesetz zur Unterstützung der Protestbewegung in Hongkong die Zuversicht des Marktes dämpfte). Der Aktienmarkt Taiwans profitierte von der Stärke der Technologie-Schwergewichte. Dagegen bremsten die Kursverluste in den Philippinen, Indonesien und Südkorea die Gesamt-Performance der Region. Philippinische Aktien litten unter Gewinnmitnahmen, da die Zentralbank bei ihren Zinssenkungen eine Pause einlegte. Die südkoreanische Zentralbank kappte ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum aufgrund des langsameren Konsums und der schleppenden Exporte, und der koreanische Won schwächte sich ab.

Soziale Unruhen und politische Turbulenzen belasteten die Stimmung in Lateinamerika. Chile bildete das Schlusslicht der Region und schloss den Monat mit zweistelligen Verlusten, da die durch eine Erhöhung der Fahrkartenpreise in Santiago ausgelösten Proteste zu allgemein um sich greifender Gewalt führten. Das politische Getöse überlagerte die Fortschritte bei den Reformen in Brasilien und beeinträchtigte das Anlegervertrauen. Die Abwertung des chilenischen Peso und des brasilianischen Real beeinträchtigte die Aktienkurse weiter. Die Zentralbanken Mexikos und Perus senkten die Zinssätze im Berichtsmonat zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums.

Die Märkte in Europa, im Nahen Osten und in Afrika verzeichneten durchwachsene Ergebnisse und schlossen den November mit leichten Verlusten. Die Türkei und Ungarn gehörten zu den Top-Performern, während die Aktienmärkte in Polen und Ägypten nachgaben. Obwohl die Aktienkurse in Südafrika fielen, da niedrigere Goldpreise die Wertentwicklung bei Unternehmen des Materialsektors belasteten, half die Aufwertung des südafrikanischen Rand, die Verluste in US-Dollar auszugleichen. Der russische Markt legte im November nach einer soliden Wertentwicklung im Oktober eine Atempause ein.

 

Wichtige Hinweise

Diese Unterlagen sollen ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellen auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die hier geäußerten Ansichten sind die des bzw. der Anlageverwalter(s) bzw. des/der entsprechenden Fondsmanager(s). Die Kommentare, Meinungen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. 

Bei der Erstellung dieses Materials wurden möglicherweise Daten von Dritten genutzt. Franklin Templeton Investments („FTI“) hat diese Daten nicht unabhängig begutachtet, validiert und überprüft. FTI haftet für keinerlei Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Es liegt im alleinigen Ermessen des Nutzers, auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Material zu vertrauen.

Die Unternehmen und Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich zur Veranschaulichung. Eine Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton Investments empfohlenen Portfolio gehalten. Die dargestellten Einschätzungen sollen lediglich einen Einblick in den Prozess der Wertpapieranalyse gewähren. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sie sind kein Hinweis auf Handelsabsichten eines durch Franklin Templeton gemanagten Portfolios. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Tatsachen hinsichtlich einer Branche, eines Wertpapiers oder einer Anlage dar und sind nicht als Anlageempfehlung anzusehen. Sie sollen vielmehr Einblick in das Vorgehen bei der Portfolioauswahl und in den Research-Prozess gewähren. Daten und Fakten stammen aus Quellen, die als zuverlässig betrachtet werden, wurden jedoch nicht unabhängig auf Vollständigkeit oder Richtigkeit überprüft. Diese Ansichten sind nicht als Anlageberatung oder als Angebot für ein bestimmtes Wertpapier zu verstehen.

 

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

Produkte, Dienstleistungen und Informationen sind möglicherweise nicht in allen Ländern verfügbar und werden außerhalb der USA von anderen verbundenen Unternehmen von FTI und/oder ihren Vertriebsstellen, wie nach lokalem Recht und lokalen Vorschriften zulässig, angeboten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen über die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen in Ihrem Land an Ihren professionellen Berater oder an Ihre Kontaktperson für institutionelle Anleger bei Franklin Templeton.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert.

[1] Quellen: MSCI, Bloomberg.

[2] Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine Bewertungskennzahl. Es wird berechnet, indem der Marktpreis einer Aktie durch den Gewinn je Aktie des Unternehmens geteilt wird.

[3] Quelle: MSCI. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. MSCI gibt keine Gewährleistung und übernimmt keinerlei Haftung für hierin wiedergegebene MSCI-Daten. Eine Weiterverbreitung oder weitere Nutzung ist nicht zulässig. Dieser Bericht wurde von MSCI weder erstellt noch bestätigt. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen der Datenanbieter sind verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com.

Twitter

Halten Sie sich auf dem Laufenden

Blog-Aktualisierungen direkt in Ihre Mailbox

Leave a reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Erforderliche Felder sind mit * markiert.