Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Ein Blick auf die Spannungen zwischen USA und dem Iran

This post is also available in: Englisch, Holländisch, Französisch, Polnisch

Während sich die Spannungen zwischen den USA und Iran fortsetzen, werfen Manraj Sekhon, Bassel Khatoun und Salah Shamma einen Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Märkte.

Die Tötung von Qassem Suleimani, dem Leiter der Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), durch die USA, ist die gewagteste Aktion des Landes gegen einen hochrangigen politischen Führer des Iran seit der Gründung der Islamischen Republik. General Suleimani war ein hochrangiger Funktionär der Islamischen Republik Iran, und die Entscheidung, ihn offen ins Visier zu nehmen, hat eine ernsthafte und glaubhafte Änderung der Einsatzregeln in der Region herbeigeführt. Die Tötung Suleimanis hat eine Reihe ernsthafter Fragen aufgeworfen, da er das Militär repräsentierte, und der Iran hat dies als einen Angriff erachtet, der Vergeltung in irgendeiner Form erforderte.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Regierung unter US-Präsident Donald Trump den ungewöhnlichen Schritt unternommen hat, die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) offiziell als terroristische Vereinigung zu deklarieren, obwohl es sich hierbei – im Gegensatz zu den meisten anderen Gruppierungen auf der von den USA geführten Liste von Terrororganisationen – um einen Zweig des iranischen Staates (und somit nicht um einen nichtstaatlichen Akteur) handelt. Suleimani war der Architekt vieler der umstrittensten außenpolitischen Angelegenheiten des Iran. Die Quds-Einheit bietet einer Vielzahl pro-iranischer Gruppierungen Schulungen sowie Waffen, organisatorische Hilfe und sonstige Unterstützung.

Der US-Angriff folgt auf die jüngsten militärischen und terroristischen Vorkommnisse innerhalb der Region. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern haben seit den jüngsten Angriffen auf Öltanker bis hin zu den Drohnenangriffen auf Aramco-Ölanlagen und der gewaltsamen Eskalation gegen US-Interessen im Irak zugenommen. Die US-Regierung hat deutlich gemacht, dass der Angriff auf Suleimani mit dem Ziel durchgeführt wurde, weiteren Angriffen vorzubeugen und eine klare Grenze für die im Irak, Syrien und Golfregion verzeichneten Maßnahmen zu ziehen, mit denen der Iran im vergangenen Jahr versucht hat, Druck innerhalb der Region auszuüben. Unserer Meinung nach stellt die jüngste Operation einen politischen Kurswechsel der USA dar, der auf die Etablierung einer glaubwürdigen militärischen Abschreckungsstrategie in der Region abzielt.

Als Vergeltung hat der Iran Raketenangriffe auf zwei irakische Militärstützpunkte durchgeführt, auf denen US-Streitkräfte stationiert sind. US-amerikanischen und irakischen Quellen zufolge kamen bei den Angriffen keine Menschen ums Leben. Allerdings laufen derzeit noch Untersuchungen in Bezug auf ein Verkehrsflugzeug, dass im Zuge dieser Operationen womöglich abgeschossen wurde. Der iranische Außenminister Javad Zarif verkündete umgehend, sein Land habe „verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung“ ergriffen.

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation der Spannungen bis hin zu einer umfassenden, direkten Konfrontation zwischen den beiden Ländern gering ist. Der Iran dürfte wohl seine mit geringer Intensität geführten kriegerischen Handlungen fortsetzen – insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Wirtschaft des Landes weiterhin unter erdrückenden Wirtschaftssanktionen zu leiden hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften Stellvertreter-Assets ins Visier genommen werden, um den USA bzw. ihren Interessen im Irak, im Libanon oder in der Straße von Hormus entgegenzuwirken.

Es sollte außerdem beachtet werden, dass andere globale Mächte – allen voran Frankreich, Großbritannien und Deutschland, einige der wichtigsten Unterzeichner des Atomabkommens des Jahres 2015 – mit ihren Stellungnahmen eine rasche Deeskalation der aktuellen Spannungen unterstützen. Dies eröffnet die Möglichkeit eines diplomatischen Durchbruchs, der einen Weg aus der aktuellen Sackgasse bieten könnte.

Zudem scheinen sowohl China als auch Russland dem Iran nachdrücklich von umfangreicheren Maßnahmen abzuraten. Angesichts des wachsenden Einflusses beider Länder innerhalb der Region und der Tatsache, dass der Iran auf sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Ebene zunehmend von ihnen abhängig ist, dürfte dies eine erhebliche abschreckende Wirkung haben.

Hinsichtlich der Positionierung sind wir auch weiterhin, wie schon in den vergangenen Jahren, in einem von erhöhtem Risiko geprägten Umfeld tätig. Das Risiko von Extremereignissen erscheint allerdings zugegebenermaßen erhöht. Allerdings rechnen wir derzeit nicht mit einer erheblichen Eskalation der Risiken, die den globalen Wachstumsausblick aus der Bahn werfen könnte. Wir gehen davon aus, dass der Markt die jüngsten Entwicklungen verdauen wird, so dass sich das Gesamtrisikoprofil in den kommenden Monaten normalisieren sollte.

Sofern es nicht zu Ereignissen kommt, die drohen, die Straße von Hormus zu blockieren, dürfte sich unserer Einschätzung nach die übliche Dynamik des Ölmarktes weiter durchsetzen. Das zusätzliche Angebot wird im Jahr 2020 weiterhin von den OPEC+-Mitgliedern ausgeglichen. Wir glauben, dass sich die Ölpreise 2020 innerhalb einer festen Spanne zwischen 60 und 70 USD bewegen könnten.[1]

Die USA und der Iran haben zwar ihr Interesse signalisiert, eine militärische Eskalation zu vermeiden, wir glauben jedoch, dass dieses Thema die Region noch einige Zeit lang verfolgen wird.

Wichtige rechtliche Hinweise

Dieses Dokument beruht auf den Analysen und Einschätzungen der Autoren zum Datum der Veröffentlichung und weicht möglicherweise von den Einschätzungen anderer Portfoliomanager, Investmentteams oder Anlageplattformen bei Franklin Templeton Investments ab. Es wurde zur allgemeinen Information erstellt und ist nicht als Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung bzw. -empfehlung anzusehen; es handelt sich hierbei auch um kein Angebot von Anteilen, keine Aufforderung zur Zeichnung von Anteilen oder zur Anwendung einer Anlagestrategie. Sie stellen auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen sind die der Anlageverwalter, und die Kommentare, Ansichten und Analysen können sich ohne Ankündigung ändern. Die hierin aufgeführten Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Branche, ein Wertpapier oder eine Strategie dar. Die beschriebenen Sachverhalte stammen aus Quellen, die als zuverlässig betrachtet werden. Dennoch kann nicht zugesichert oder garantiert werden, dass diese vollständig oder korrekt sind.

Bei der Erstellung dieser Unterlage wurden möglicherweise Daten von Drittanbietern verwendet, und Franklin Templeton I („FT“) hat diese Daten nicht unabhängig geprüft oder bestätigt. FT haftet für keinerlei Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Es liegt im alleinigen Ermessen des Nutzers, auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in den vorliegenden Materialien zu vertrauen.

CFA® und Chartered Financial Analyst® sind Marken des CFA Institute.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Der Wert von Anlagen kann sowohl steigen als auch fallen, und Anleger erhalten den investierten Betrag unter Umständen nicht vollständig zurück. Die Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen in die den Zinsen entgegengesetzte Richtung. Da der Kurs von Anleihen bei einem Anstieg der Zinsen entsprechend reagiert, kann der Anteilspreis sinken. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie wirtschaftliche Unsicherheit und politische Veränderungen. Anlagen in Schwellenländern sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus dem kleineren Marktumfang, der geringeren Liquidität sowie dem Mangel an festen rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, die die Wertpapiermärkte stützen würden. Solche Anlagen können im Verlauf eines bestimmten Jahres erheblichen Preisschwankungen unterliegen. Hohe Erträge spiegeln die mit solchen niedriger bewerteten Titeln verbundenen höheren Kreditrisiken und mitunter die niedrigeren Marktkurse solcher Instrumente wider. Zinsänderungen können sich auf den Anteilspreis und die Rendite auswirken. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Treasuries, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, bieten eine feste Rendite und einen festen Kapitalwert; ihre Zinszahlungen und ihr Kapital sind garantiert.

[1] Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

Leave a reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Erforderliche Felder sind mit * markiert.