Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Zunehmender Optimismus bezüglich eines COVID-19-Impfstoffs stärkt das Vertrauen der Anleger im August

Für die Schwellenländer war der Monat August angesichts der Hoffnung auf einen COVID-19-Impfstoff, einer weiterhin lockeren Geldpolitik weltweit und sich verbessernder Wirtschaftsdaten, die auf eine Erholung hindeuten, insgesamt eher positiv. Unser Team für Schwellenländeraktien schildert die wichtigsten Trends, Nachrichten und Ereignisse, die es im Auge behält, und teilt uns seine jüngste Einschätzung des Marktausblicks mit.

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Drei Themen, die uns heute beschäftigen

  1. Der Trend ist in mehreren Ländern weltweit zu beobachten: Die tägliche Zahl der COVID-19-Fälle in Indien begann Ende August zu steigen, als das Land die Quarantänebestim-mungen weiter lockerte und sich die wirtschaftliche Aktivität allmählich zu normalisieren begann. Ein Lichtblick ist, dass in diesen Ländern – einschließlich Indien – kein entsprechender Anstieg der Sterblichkeitsraten verzeichnet wird, was auf bessere Behandlungen und umfassendere Tests zurückzuführen ist, die auch asymptomatische Fälle aufzeigen. Auch wenn dies die Unsicherheit über das Tempo der wirtschaftlichen Erholung erhöhen könnte, dürften die staatlichen Impulse allmählich auf die Realwirtschaft durchschlagen und eine Erholung zu gegebener Zeit fördern. Die indischen Aktienmärkte werden weiterhin mit einem Abschlag gegenüber den langfristigen Durchschnittswerten gehandelt, und wir sind der Ansicht, dass langfristige Reformen und Erwartungen eines schnelleren Gewinnwachstums zu einer Neubewer-tung führen könnten. Wichtig ist, dass während sich die Regierung um die Wiederbele-bung des Wachstums bemüht, das derzeit schwierige makroökonomische Umfeld Chancen für stärkere Unternehmen bietet, Marktanteile auf Kosten der schwächeren Unternehmen zu gewinnen. Das Makrobild kann zudem möglicherweise die Störung der Geschäftsmodelle nicht erfassen, was zu Verschiebungen im Gewinnpool auf Unternehmensebene führt. So haben beispielsweise stärkere Banken des Privatsektors ihren Vorsprung auf Kosten schwächerer Banken des öffentlichen Sektors oder Nichtfinanz-Bankunternehmen ausgebaut. Wir glauben, dass dieser Faktor in Verbindung mit unserer positiven langfristigen Perspektive Indiens (gestützt durch mehrere strukturelle Wachstumstreiber) für Investitionen in indische Aktien spricht.
  2. Obwohl die Spannungen zwischen den USA und China im August nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die chinesischen Apps TikTok und WeChat in den Vereinigten Staaten zu verbieten, nach den Sanktionen gegen Huawei, den Exportkontrollen und dem Streit um Südchina zunahmen, linderte die Zusage amerikanischer und chinesischer Offizieller, dafür zu sorgen, dass das Handelsabkommen auf Kurs bleibt, die Bedenken der Investoren, dass eine Verschlechterung der Beziehungen zum Ende des Abkommens führen könnte.Es ist davon auszugehen, dass die Beziehungen zwischen den USA und China angespannt bleiben werden, allerdings sind wir bezüglich der längerfristigen Aussichten Chinas optimistisch gestimmt, da das Land im zweiten Quartal erneut mit einem positiven Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus der COVID-19-Krise hervorgeht. Dies lässt auf ein positives Wachstum für das Gesamtjahr hoffen. Zwar hinkt der Binnenkonsum weiterhin hinterher (wenngleich er sich verbessert), aber andere Wirtschaftsindikatoren wie die Industrieproduktion und das verarbei-tende Gewerbe sind auf das Niveau vor COVID-19 zurückgekehrt. Zu den weiteren Merkmalen, die China zugute kommen, gehören die fortgesetzten Reformen im Inland, der technologische Fortschritt, die schnelle Digitalisierung, ein riesiger Verbrauchermarkt und die Verfügbarkeit von fiskal- und geldpolitischen Instrumenten zur Bewältigung externer Schocks.
  3. Aus unserer Sicht befindet sich Russland bei Betrachtung einiger fundamentaler Faktoren in einer beneidenswerten Lage. Es hat eine geringe Staatsverschuldung, einen Leistungsbilanzüberschuss und beträchtliche Devisenreserven. Während Öl – ein Sektor der Old Economy – einen wichtigen Beitrag zur russischen Wirtschaft leistet, haben wir festgestellt, dass auch die neue Wirtschaft in Russland floriert. Die führende Bank des Landes ist beispielsweise sehr viel mehr als ein traditionelles Bankhaus. Zu ihrem digitalen Ökosystem zählen die Bereiche künstliche Intelligenz (KI), Big Data und Robotisierung. Laut eigenen Angaben werden bereits 40 % der Kundenanfragen durch ihre Chatbox beantwortet. Sie hat ihre eigene, nicht öffentliche Cloud entwickelt und arbeitet mit Partnern daran, Dienstleistungen wie Videostreaming, E-Learning, Restaurantbuchungen und Mitfahrangebote anbieten zu können. Die führende Suchmaschine Russlands hat ein ähnlich beein-druckendes Ökosystem geschaffen. Sie konkurriert bereits erfolgreich mit Google und bietet Dienstleistungen wie z. B. Online-Handel, Mitfahrangebote und Online-Musik ähnlich wie bei Apple. Neue Initiativen sind u. a. eine russische Version von Netflix mit dem Vorhaben, eigene Inhalte zu schaffen, und sie entwickelt sogar autonome Autos. Damit entsteht der Eindruck, dass Russland neben seiner anhaltenden Dominanz in der Old Economy des Ölsektors ein attraktives Angebot an Investments für jene bereithält, die den strukturellen Impuls der neuen Realität, in der Konsum und Technologie die Wachstum-streiber von morgen sind, ausnutzen möchten.

Ausblick

Wir konzentrieren uns weiterhin auf drei neue Realitäten in den Schwellenländern. Eine davon ist die institutionelle Resilienz der Schwellenländer. Zahlreiche Unternehmen in Schwellenländern hatten im Vergleich zu Industrieländern zu Beginn der Krise solidere Bilanzen. Einst als ineffizient geltende Nettoliquidität erweist sich nun als Vorsicht. Länder wie Brasilien, Indien, China und Südkorea profitieren von den institutionellen Reformen der vergangenen Jahre, standen zu Beginn dieser Krise auf solideren Fundamenten und hatten größere fiskalische Flexibilität als in der Vergangenheit und als ihre Pendants aus dem Westen. Auch dies verheißt Gutes für die Erholung.

Zweitens hat sich das Wesen der Wirtschaft in den Schwellen-ländern verändert. Im letzten Jahrzehnt kam es zu einer Transfor-mation weg von zyklischen Sektoren und Abhängigkeit von ausländischer Nachfrage hin zu Binnenkonsum und Technologie. Der Beitrag des Handels zur chinesischen Wirtschaft hat sich von seinem Höchstwert halbiert und stellt sicher, dass China nicht mehr auf eine Erholung in den Ländern des Westens angewiesen ist.

Die dritte Realität bezieht sich auf die Innovation und die Auffassung, dass die Schwellenländer die Industrieländer in Bezug auf Infrastruktur und Geschäftsmodelle überholen. Diese Entwicklung lässt sich in Sektoren wie Mobilfunk, Breit-bandtechnik, E-Commerce und digitaler Zahlungsabwicklung beobachten – und in jüngster Zeit inmitten von Lockdowns auch in neuen Bereichen wie Bildung und Gesundheitsversorgung.

Diese Geschäftsmodelle eignen sich bestens für die Strukturen von Schwellenländern und profitieren von der besseren Datenabdeckung zu erheblich niedrigeren Kosten in Ländern wie China und Indien.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Die Aktien der Schwellenländer verzeichneten im August einen unbeständigen Aufschwung und blieben hinter den Aktien der Industrieländer zurück. Die Anleger zeigten sich erfreut über bessere Wirtschaftsdaten, ermutigende Nachrichten über potenzielle Coronavirus-Impfstoffe und Therapien sowie einen neuen geldpolitischen Ansatz der USA, der eine längere Periode niedriger Zinsen signalisiert. Neue COVID-19-Infektionsherde und labile Beziehungen zwischen den USA und China belasteten jedoch die Marktstimmung. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Monatsverlauf um 2,2 % zu, während der MSCI World Index mit 6,7 % rentierte (jeweils in US-Dollar).1

BIP-Wachstum in China
Starke Erholung nach schwerwiegender kurzfristiger Schrumpfung

Die wichtigsten Bewegungen in den Schwellenländern im August 2020

  • Die asiatischen Märkte legten im August zu und erzielten damit die beste regionale Wertentwicklung in den Schwellenländern. Die Aktien in China, Indien und Indonesien verzeichneten bemerkenswerte Gewinne. Stärkere Aktivitäten im Dienstleis-tungssektor und andere Indikatoren in China deuteten auf
    eine anhaltende konjunkturelle Erholung hin. China und die Vereinigten Staaten verpflichteten sich zudem zur Einhaltung ihres Handelsabkommens, selbst als die US-Regierung neue Beschränkungen für chinesische Technologieunternehmen anordnete. In Indien ließen besser als erwartete Unternehmensgewinne den Aufwärtstrend bei COVID-19-Infektionen etwas in den Hintergrund rücken. Gleichzeitig gaben die Aktien in Malaysia, Thailand und Taiwan nach. Thailand kämpfte im zweiten Quartal mit einem starken konjunkturellen Rückgang, während regierungsfeindliche Proteste die politische Unsicherheit schürten. In Taiwan wurden die Aussichten der Anleger für bestimmte Zulieferer von Huawei Technologies wegen verschärfter US-Sanktionen getrübt.
  • Die lateinamerikanischen Aktien widersetzten sich dem globalen Trend, wobei Chile und Brasilien die größten Rückgänge verzeichneten, was teilweise auf die schwächeren Inlandswährungen zurückzuführen ist. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Erneuerung der monatlichen Notfallhilfe zur Unterstützung der von den Lockdown-Maßnahmen Betroffenen ließ die Aktien in Brasilien trotz sich verbessernder makroökonomischer Daten und einer Zinssenkung auf ein Rekordtief fallen. Peru, Kolumbien und in geringerem Maße auch Mexiko schlossen den Monat jedoch mit Gewinnen ab. Besser als erwartete Konjunkturdaten und höhere Metallpreise, die durch eine Belebung der Wirtschaftstätigkeit Auftrieb erfuhren, stützten die Aktienkurse in Peru. In Mexiko wirkte sich die Erholung des verarbeitenden Gewerbes, der Industrieproduktion und der Exporte positiv auf die Wirtschaft aus. Die Zentralbank kappte ihren Leitzins um 0,5 %, wodurch die Kreditkosten auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken sind.
  • In der Region Europa, Naher Osten und Afrika blieben die Märkte hinter ihren globalen Peers zurück. Die Aktienkurse in Südafrika verzeichneten einen leichten Rückgang trotz einer Verringerung der wöchentlichen Zahl der COVID-19-Neu-infektionen und der fortgesetzten Lockerung der Beschrän-kungen durch die Regierung, die das Land für Inlandsreisen öffnete. Der russische Markt erlebte im August einen Aufschwung, als Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19 und besser als erwartete BIP-Daten für das zweite Quartal den zunehmenden politischen Aufruhr für die Anleger abfederten. In Mitteleuropa schnitten die Tschechische Republik und Polen besser ab als Ungarn, das den Monat mit einem negativen Ergebnis beendete, da
    die Regierung Pläne zur Schließung ihrer Grenze für Nicht-ansässige ankündigte, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, nachdem in den Nachbarländern eine Zunahme der Neuinfektionen zu verzeichnen war.

WELCHE RISIKEN BESTEHEN?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum
von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert.

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1. Quelle: MSCI. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. MSCI gibt keine Gewährleistung und übernimmt keinerlei Haftung für die in diesem Dokument verwendeten MSCI-Daten. Eine Weiterverbreitung oder weitere Nutzung ist nicht zulässig. Dieser Bericht wurde von MSCI weder erstellt noch bestätigt. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen der Datenanbieter verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com.

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