Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Optimismus in Asien treibt im Oktober die Outperformance der Schwellenmärkte an

Trotz der COVID-19-Pandemie zeigen Schwellenländer eine anhaltende Bereitschaft für Strukturreformen, die unserem Team für Schwellenmarktaktien zufolge den Grundstein für eine andauernde Konjunkturerholung legen könnten. Hier einige der wichtigsten Nachrichten und Ereignisse, die Schwellenmärkte im Oktober angetrieben haben, und Themen, bei denen unser Team heute Gelegenheiten sieht.

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Drei Themen, die uns heute beschäftigen

1.Die Aktien kleiner Unternehmen (Small Caps) in Schwellenländern entwickelten sich gegenüber ihren Large-Cap-Pendants in den letzten sechs Monaten überdurchschnittlich. Ein Aufholen nach der deutlichen Underperformance im ersten Quartal war ein wichtiger Treiber für die stärkere Erholung der Small Caps in Schwellenländern. Small Caps in Schwellenländern standen angesichts der zunehmenden Marktkonzentration durch die Wertentwicklung einiger weniger Mega-Cap-Unternehmen weniger im Fokus der Investoren, während die durch COVID-19 verursachte Krise das Interesse auf Technologiegiganten verlagerte. Die schnellere Rückkehr zur Normalität, die wir nun in Schlüsselschwellenmärkten beobachten, sollte eine breitere Erholung der Märkte und der Wirtschaft ermöglichen, wie die jüngste Outperformance von Small Caps in Schwellenländern bestätigt. Wir sind der Ansicht, dass die langfristigen strukturellen Argumente für Small Caps in Schwellenländern nach wie vor bestehen und dank der lokalen wirtschaftlichen Treiber und des Konsumwachstums weiterhin überzeugen. Daher sind wir auch der Meinung, dass ein Engagement in Small Caps als Ergänzung zu Large Caps gesehen werden sollte.

2.Die Schwellenmärkte zeigen trotz der COVID-19-Pandemie eine anhaltende Bereitschaft für Strukturreformen, die den Grundstein für eine andauernde Konjunkturerholung legen könnten. China beispielsweise hält an seinem längerfristigen Ziel fest, den Binnenkonsum zu einem wichtigen Motor der Wirtschaft zu machen – und zu einem potenziellen Puffer für die Zeit externer Nachfrageschocks. Die jüngsten Maßnahmen der Regierung zur Steigerung des Konsums im lokalen Luxusgüterbereich, die die Regelungen zum Duty-Free-Einkauf vereinfacht und in China einen Anstieg in Duty-Free-Verkäufen verursacht haben, entsprechen diesem Ziel. Nach unserer Ansicht werden die Branchen Inlandsreisen und Duty Free in den kommenden Jahren in China einen Aufschwung erleben. Das deutliche Haushaltsdefizit Indiens schränkt die Regierung bei ihren Ausgaben zur Stützung der Wirtschaft ein. Wir erwarten, dass Privatisierungen und andere Wirtschaftsreformen durch den Zufluss von Investitionen mehr Unterstützung bieten. Die „Make in India“-Initiative des Landes, die auf die Förderung des verarbeitenden Gewerbes abzielt, könnte von mehreren Trends deutlich profitieren. Brasilien setzt seine Strukturreformen trotz wirtschaftlicher Belastungen und politischer Turbulenzen ebenfalls fort. Die Behörden erließen jüngst neue Vorschriften für die Bereiche Erdgas und Entsorgung, um für die kommenden Jahre große Investitionen freizusetzen.

3.Die jüngste Abwertung des US-Dollars im Vergleich zu den Währungen von Schwellenmärkten ist auf die andauernden Schwierigkeiten der USA in der Eindämmung von COVID-19, das beispiellose Ausmaß an Konjunkturmaßnahmen und die gemäßigte Geldpolitik in den USA sowie die Markterwartungen weiterer Konjunkturmaßnahmen zurückzuführen. Die Abwertung des US-Dollars folgt auf einen längeren Zeitraum, in dem der US-Dollar im Vergleich zu den meisten Währungen Stärke zeigte. Wir erwarten eine teilweise Umkehrung dieses vorherigen Stärketrends des US-Dollars, halten es aber für unwahrscheinlich, dass der US-Dollar gegenüber den Schwellenländerwährungen kurz- bis mittelfristig all seine Kursgewinne abgeben wird, da weltweit wirtschaftliche Unsicherheit, niedrige Inflationserwartungen in den USA und die Bedeutung des US-Dollars als weltweite Reservewährung fortbestehen. Ein schwächerer US-Dollar ist generell für Aktien aus Schwellenmärkten – insbesondere aus Asien – von Vorteil, da viele Unternehmen binnenwirtschaftlich orientiert sind. Daher sollten Einkommen, am US-Dollar gemessen, steigen. Ein schwächerer US-Dollar gibt Schwellenländern auch mehr Spielraum für fiskalpolitische Maßnahmen.

Ausblick

Vor dem Hintergrund der raschen Änderungen infolge wirtschaftlicher, sozialer und äußerer Schocks wie z. B. der Pandemie haben wir eine zunehmende Differenzierung innerhalb der Schwellenmärkte beobachten können. Aktien aus Schwellenmärkten haben sich allgemein als belastbar erwiesen. Allerdings verschleiert die Gesamtentwicklung erhebliche Divergenzen zwischen verschiedenen Ländern und Sektoren. Unter den Regionen schneiden die asiatischen Schwellenländer überdurchschnittlich ab. Nach Industrien ist die knappe Führung von Internet-, Technologie-, Konsumgüter- und anderen „New Economy“-Unternehmen, die in der COVID-19-Krise florieren, ersichtlich.

Technologie- und konsumentenzentrierte Unternehmen, die dank ihrer dauerhaften Wettbewerbsvorteile in ihren Bereichen dominieren konnten, sind für uns attraktiv. In unseren Augen waren Innovationskraft und Technologien die Treibkraft hinter der Erholung der Schwellenmärkte inmitten der Auswirkungen von COVID-19. Insbesondere die Kontaktbeschränkungen unterstützten das Wachstum von E-Commerce, Fernarbeit, Online-Lernen und Streaming von Unterhaltungsprogrammen. Wir bleiben also optimistisch gegenüber dem längerfristigen Potential für Konsumwachstum, sei es durch eine zunehmende Durchdringung von Gütern und Dienstleistungen oder eine „Premiumisierung“ der Nachfrage.

Die mit den US-Präsidentschaftswahlen verbundenen Entwicklungen (und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den USA und China) könnten zwar die Volatilität des Marktes erhöhen, unser Augenmerk richtet sich jedoch weiterhin auf Einzelunternehmen, die sich langfristig gut entwickeln dürften. Wir sehen eine Belastbarkeit bei jenen Technologieführern, die für die Versorgungskette weltweit wesentlich geworden sind und die voraussichtlich geopolitische Dynamiken überleben, und bei Unternehmen, die starke inländische und säkulare Wachstumstreiber nutzen.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Aktien aus Schwellenländern schlossen einen volatilen Monat höher ab, während ihre Pendants aus den Industrieländern einbüßten. Die Belebung der konjunkturellen Dynamik in asiatischen Schwellen-märkten stützte die Performance der Schwellenländer, im Gegensatz zu neuerlichen Rezessionsängsten in Europa, wo steigende COVID-19-Infektionszahlen mehrere Länder dazu zwangen, erneut Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu verhängen. Steigende Coronavirus-Fallzahlen in den USA und Unsicherheit im Hinblick auf sowohl die Verabschiedung weiterer fiskalpolitischer Konjunkturmaß-nahmen als auch den Ausgang der Präsidentschaftswahl stimmten den Markt vorsichtig. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Monatsverlauf um 2,1 % zu, während der MSCI World Index um 3,0 % zurückging (jeweils in US-Dollar).1

Die wichtigsten Bewegungen in den Schwellenländern im Oktober 2020

  • Asiatische Aktien stemmten sich gegen den weltweit verzeichneten Abverkauf an den Märkten und erzielten Kursgewinne. Die Aktien in China stiegen an, während die wirtschaftliche Belebung Fahrt aufnahm und die industrielle Produktion und die Einzelhandelsumsätze die Wachstumsprognosen im September übertrafen. Taiwans Markt machte Fortschritte: Investoren begrüßten die starken Unternehmensgewinne und die wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal dank der robusten Technologie-Exporte. Indonesische Aktien schnellten in Korrelation mit der Entspannung der Coronavirus-Beschränkungen in Jakarta und der Verabschiedung eines Arbeitsplatzbeschaffungs-gesetzes, welches Regulierungen abbauen und Investitionen stärken soll, in die Höhe. Im Gegensatz dazu fiel Thailands Markt in Zusammenhang mit den pro-demokratischen Protesten. In Malaysia wirkte sich das politische Ringen auf die Aktien des Landes negativ aus.
  • In Lateinamerika verzeichneten der brasilianische Aktienmarkt und die Währung, der Real, einen schwachen Verlauf. Bedenken über die finanzielle Lage überschattete den gegenwärtigen Leistungsbilanzüberschuss und die starke Erholung in der Wirtschaftstätigkeit des Landes. Die Aktien in Peru verzeichneten inmitten politischer Ungewissheit und dem erneuten Versuch der Gesetzgeber, den Präsidenten des Amtes zu entheben, einen Rückgang. Bei mexikanischen Aktien hingegen war ein Anstieg zu beobachten, da die Wertsteigerung des mexikanischen Peso einen weiteren Schub brachte. Die Regierung verkündete ein Infrastrukturprogramm, das größtenteils durch Privatinvestitionen gestützt wird.
  • Europäische Schwellenländer fielen im Zuge verschärfter Mobilitätseinschränkungen aufgrund einer neuen Welle an COVID-19-Infektionen in Europa zurück. Ein schwächelnder Ausblick für wirtschaftliche Dynamik und Energiebedarf trieb die Ölpreise hinunter. In diesem Zusammenhang fielen auch russische Aktienkurse. Türkische Aktien und die Währung gaben nach. Die Entscheidung der Zentralbank, ihren Leitzins in Zeiten der erhöhten Inflation nicht anzuheben, untergrub die Anlegerstimmung, ebenso wie die geopolitischen Spannungen rund um das Land. In der Region Naher Osten und Afrika legten südafrikanische Aktien dank der Stärke des südafrikanischen Rands zu.

WELCHE RISIKEN BESTEHEN? 

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Kleinere und neuere Unternehmen können auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich reagieren. Ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, besser etablierten Unternehmen, und sie können volatil sein.

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1.  Quelle: MSCI. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie
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