Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Fortschritte beim Coronavirus-Impfstoff sorgen im November für Optimismus bei Schwellenländern

Nach Einschätzung unseres Teams für Schwellenländeraktien sieht es so aus, als würde das Jahr optimistisch ausklingen. Das Team erläutert, weshalb 2021 rosigere Zeiten bringen könnte, und nennt einige der wichtigsten Nachrichten und Ereignisse, die Schwellenländer im November angetrieben haben.

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Drei Themen, die uns heute beschäftigen

1.Wir denken, es gibt mehrere wichtige Punkte, die für die Schwellenländer positiv sind, wenn sich die Kombination aus einer Präsidentschaft von Joe Biden und einem republikanischen Senat in den Vereinigten Staaten bestätigt. Erstens glauben wir, dass dieses Wahlergebnis die US-Zinsen wahrscheinlich länger drücken und damit den US-Dollar schwächen wird. Dies würde wiederum einen Geldfluss in die Schwellenländer auslösen, der diesen Ländern weiter zugute kommt. Zweitens dürfte eine gemäßigtere politische Haltung gegenüber China zu erwarten sein. Unter Biden könnte sich die Beziehung zwischen China und den USA entspannen und somit eine Art Frieden zwischen diesen beiden Ländern geschlossen werden. Unserer Ansicht nach können wir von einer geringeren Unsicherheit im Handel und von einer stabileren Außenpolitik ausgehen. Sollte sich dies bewahrheiten, werden die positiven Auswirkungen unseres Erachtens wahrscheinlich auch auf andere Schwellenländer durchschlagen. Drittens gilt Biden als Globalist des Establishments, was bedeutet, dass seine Wahl eine mögliche Rückkehr der USA zu multilateralen Verträgen wie dem Pariser Abkommen oder der Transpazifischen Partnerschaft signalisieren könnte. Zudem könnten die Schwellenländer vom Beitritt der Vereinigten Staaten zu multinationalen und staatlichen Organisationen profitieren. Insgesamt halten sich die Schwellenländer sehr gut und es wird erwartet, dass sie vom Sieg Bidens profitieren werden, unter anderem durch bessere Beziehungen und neue Handelsabkommen.

2.Manche Länder nehmen zwar von der Globalisierung Abstand, doch nicht alle sind darauf erpicht, bestehende Handelsbeziehungen zu stören. Vielmehr streben viele eine Erneuerung von Handelsabkommen und eine stärkere Verflechtung mit anderen Staaten an. Vielen sind die Vorteile des Freihandels bewusst, und sie wissen auch, dass wir auf Regeln gestützte Organisationen brauchen, die den Rahmen für Handelsabkommen bilden. Am 15. November unterzeichneten China, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und zehn Mitgliedstaaten der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) die sogenannte regionale umfassende Wirtschaftspartnerschaft Regional Comprehensive Economic Partnership, kurz „RCEP“, die manche als „größte Freihandelszone der Welt“ bezeichnen. Die RCEP repräsentiert einen maßgeblichen regionalen Handelsblock, der rund 30 % der Weltbevölkerung umfasst und auf den etwa 30 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen. Die Mitgliedstaaten planen, die Zölle auf 90 % der Produkte in den nächsten zehn Jahren auf Null herabzusetzen, um den Handel innerhalb des Blocks zu fördern. Neben den vorgesehenen Zollsenkungen behalten wir den Status der nichttarifären Handelshemmnisse im Blick. Weniger entwickelte ASEAN-Länder könnten infolge der RCEP steigende Importe und rückläufige Exporte verzeichnen, da es ihnen schwerfallen dürfte, die Produktionskapazität und/oder das Know-how zu entwickeln, um mit größeren Ländern wie China mitzuhalten. Während die Corona-Pandemie das Wachstum der Weltwirtschaft weiter bremst, dürfte sich diese neue Partnerschaft als ein Wachstumsimpuls erweisen.

3.In den letzten Jahren sind die internationalen Lieferketten zunehmend unter Druck geraten. Im Zuge der Ausweitung der chinesisch-amerikanischen Rivalität vom Handel auf die Technologie erleben wir derzeit eine Entwicklung nach dem Prinzip „Eine Welt, zwei Systeme“, in der geopolitische Erwägungen bei der Ausrichtung von Technologie und Handelsmustern eine immer wichtigere Rolle spielen. Vor allem werden sich wohl Unternehmen umstellen müssen, die in der globalen Produktion von Technologiehardware eine wichtige Rolle spielen, da sie Schlüsselprodukte sowohl nach China als auch in die Vereinigten Staaten liefern. Als aktive, engagierte Anleger sehen wir drei Merkmale, die den Erfolg ermöglichen können: geistiges Eigentum, Verbesserung der Wettbewerbsdynamik und globale Diversifizierung. Halbleitergießereien profitieren von den strukturellen Themen, die die weltweite Nachfrage nach Rechenleistung antreiben, anstatt vom Schicksal bestimmter Unternehmen – ob chinesischer oder amerikanischer Herkunft – abhängig zu sein. Eine technologische Spitzenstellung hat eine positive Dynamik wachsender Marktanteile ermöglicht, die Forschung und Entwicklung und erhöhte Investitionsausgaben finanziert. Während US-amerikanische Zölle und Sanktionen die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter chinesischer Technologieunternehmen negativ beeinflusst haben, haben sie anderen die Möglichkeit eröffnet, ihren internationalen Marktanteil bei Smartphones und Netzwerkgeräten der fünften Generation (5G) auszubauen. Im Zuge der Zersplitterung von Lieferketten werden zudem diejenigen Unternehmen, die bereits über weltweite Produktionskapazitäten verfügen, wahrscheinlich eine größere Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an den Tag legen.

Ausblick

Die jüngsten Nachrichten über den Coronavirus-Impfstoff signalisierte für die meisten Schwellenländer eine frühere Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität als ursprünglich angenommen, trotz des Wiederaufflammens von Corona-Infektionen in vielen Industrieländern. Wir gehen davon aus, dass der Beginn der Impfungen im nächsten Jahr zu einer stärkeren Wirtschaftstätigkeit führen wird. Bis dahin scheinen die Länder mit dem jüngsten Anstieg der Infektionen einigermaßen gut zurechtzukommen, was darauf hindeutet, dass die daraus resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen weniger schwerwiegend sein könnten als in der ersten Phase der Lockdowns.

Ein besserer wirtschaftlicher Ausblick hat zu einer gewissen Sektorrotation und einer deutlich höheren Anzahl von Aktien geführt, die eine Wertsteigerung verzeichnen. Aus einer längerfristigen Perspektive ist für uns jedoch das Konzept der Gegenüberstellung von Belastbarkeit und Anfälligkeit von größerer Bedeutung. Wir suchen Unternehmen, die sich durch Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Krisen und anderen Formen von Störungen auszeichnen. Insbesondere die digitale Krise ist ein Trend, den wir in einer Reihe von Branchen in den Schwellenländern weiterhin beobachten können. Deshalb bevorzugen wir Unternehmen mit eindeutigen Wettbewerbsvorteilen bei Technologie und Innovation.

Auch auf makroökonomischer Ebene haben sich führende Schwellenländer als widerstandsfähig erwiesen. Wir sind der Meinung, dass China, Taiwan und Südkorea die Pandemie wirksam bekämpft haben, und wir betrachten dies als Beweis für die Qualität ihrer Institutionen, ihrer Regierungsführung und ihrer Gesundheitssysteme. Unseres Erachtens bestehen trotz der zyklischen Abschwächung nach wie vor attraktive langfristige Investitionsmöglichkeiten in Indien, und die Konsumentwicklung bleibt für uns überzeugend. Brasilien hat in der Vergangenheit wirtschaftliche Herausforderungen gemeistert, und wir sind der Meinung, dass das Land durch eine günstige Demografie und reichlich vorhandene natürliche Ressourcen weiterhin auf einem soliden Fundament steht. Bedeutende neue Kapitalmarktaktivitäten und aufstrebende führende Technologieunternehmen, insbesondere im Bereich E-Commerce und Finanztechnologie (Fintech), haben den Markt ebenfalls belebt.

Die Wahlergebnisse in den USA könnten weitreichende Folgen für Schwellenländer haben. Wir verfolgen Entwicklungen in verschiedenen Bereichen und behalten beispielsweise die US-Haushaltsausgaben, den US-Dollar, die Energiepolitik, Handelsabkommen und Zölle im Auge. Wir rechnen unter einer möglichen Biden-Regierung mit einer geringeren Unsicherheit im Handel und einer stabileren Außenpolitik. Nichtsdestotrotz bedeutet unser Bottom-up-Investmentansatz, dass wir uns weiterhin auf einzelne Unternehmen konzentrieren und darauf, wie gut Unternehmen auf die Risiken und Chancen vorbereitet sind, die sich aus einer Welt im Wandel ergeben.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Schwellenländeraktien stiegen im November, entwickelten sich jedoch schlechter als ihre Pendants aus den Industrieländern. Ungeachtet eines sprunghaften Anstiegs der Coronavirus-Infektionen in mehreren Teilen der Welt erhöhten positive Daten zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und mehr Klarheit über die Wahlergebnisse in den USA weltweit die Risikobereitschaft der Anleger. Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Normalisierung führten zu einem Höhenflug der zyklischen Aktien. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Monatsverlauf um 9,3 % zu, während der MSCI World Index mit 12,8 % rentierte (jeweils in US-Dollar).1

Die wichtigsten Bewegungen in den Schwellenländern im November 2020

  • Die Aktien asiatischer Schwellenländer zogen an. Thailand und Indonesien gehörten zu den Top-Gewinnern, da positive globale Signale Anleger in Märkte lockten, die der bisherigen Jahreserholung der Region hinterherhinkten. Südkoreas Markt hat enorm zugelegt; der Optimismus hinsichtlich der Handelsaussichten für die wichtige Exportnation überwog die Besorgnis über eine Zunahme der Corona-Infektionen vor Ort. Chinesische Aktien blieben nach ihrem Anstieg in den Vormonaten hinter dem Aufwärtstrend zurück. Die Anleger stellten Abwägungen an zwischen soliden chinesischen Wirtschaftsdaten und dem Potenzial für bessere und vorhersehbarere Beziehungen zwischen den USA und China unter der Regierung des designierten US-Präsidenten Joe Biden einerseits und andererseits Anzeichen dafür, dass China seine Kontrolle der Internetbranche intensiviert.
  • Ein risikoreiches Umfeld und höhere Rohstoffpreise beflügelten lateinamerikanische Aktien und Währungen. Brasilien schnitt besser ab als die gesamte Region. Solide Wirtschaftsindikatoren spiegelten eine anhaltende Erholung in Brasilien wider. Darüber hinaus erzielte das Land im Oktober einen Leistungsbilanzüberschuss. Die Aktien in Mexiko setzten zu einer Rallye an. Die Konjunktur des Landes erholte sich im dritten Quartal gegenüber dem zweiten. Eine mögliche Biden-Präsidentschaft ließ die Anleger zudem auf stabilere Beziehungen zwischen den USA und Mexiko hoffen. Der peruanische Markt schloss deutlich höher und überwand die politische Unsicherheit, die durch Proteste und den Abgang zweier Präsidenten im Laufe des Monats geschürt wurde.
  • Die Aktien europäischer Schwellenländer verzeichneten ausgesprochen gute Gewinne, selbst als die Corona-Infektionen in einigen europäischen Ländern weiter zunahmen. Russlands Markt profitierte von einem sprunghaften Anstieg der Rohölpreise, während die Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen die Aussichten für die weltweite Ölnachfrage verbesserten. Türkische Aktien zogen an, ebenso die türkische Lira. Die Ernennungen neuer Vorstände für die türkische Zentralbank und das türkische Finanzministerium weckten Erwartungen an eine verbesserte Wirtschaftspolitik im Land. In der Region Naher Osten und Afrika schlossen die südafrikanischen Aktien höher, da die Anleger über die Herabstufung des Länderratings für Südafrika hinwegsahen.

WELCHE RISIKEN BESTEHEN? 

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Kleinere und neuere Unternehmen können auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich reagieren. Ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, besser etablierten Unternehmen, und sie können volatil sein.

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1. Quelle: MSCI. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie
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