Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Perspektiven

Januar: Hausse an den Schwellenmärkten durch asiatische Aktien

Aktien aus Schwellenländern starteten stark ins neue Jahr und verzeichneten im Januar allgemein positive Wertentwicklungen. Unser Team Emerging Market Equity bietet eine Übersicht über die treibenden Faktoren am Markt und begründet, warum es auf lange Sicht vor allem die Grenzmärkte beobachtet.

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Drei Themen, die uns heute beschäftigen:

1.Schwellenländer entwickelten sich 2020 besser als Industrieländer. Im Januar setzten sie sich sogar noch stärker von ihnen ab und kehrten damit den langjährigen Trend zu Underperformance und Mittelabflüssen um. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass viele Unternehmen, vor allem in Ostasien, ihre Geschäfte in der Pandemie erfolgreich geführt haben und in einer stärkeren Wettbewerbsposition aus der Krise hervorgehen dürften. Dennoch werden Schwellenländertitel nach wie vor mit einem Abschlag auf Idustrieländertitel gehandelt. Wenn sich der Wirtschaftsaufschwung in den Schwellenländern ausweitet und Gewinne besser sichtbar werden, dürften sich die Märkte in weiteren Regionen gut entwickeln. Auch für die Unternehmensgewinne wird ein starker Zuwachs 2021 (gegenüber den niedrigen Zahlen im Jahr 2020) erwartet. Während wir uns in Richtung wirtschaftlicher Normalisierung bewegen erwarten wir außerdem, dass der Trend zu Value-Aktien anhält, die sich 2020 nur schleppend entwickelt hatten – dazu zählt vor allem der Finanzsektor, der unter der Angst um Asset-Qualität und notleidende Kredite zu leiden hatte. Generell gehen wir von einer schnelleren wirtschaftlichen Erholung in den wichtigsten Schwellenländern aus: solide Fundamentaldaten und günstige Bewertungen lassen die Erwartung auf eine Outperformance 2021 plausibel erscheinen

2.In vielen Schwellenländern ist der Anstieg der Inlandsnachfrage als Wachstumstreiber eine zentrale neue Realität. Im Gegensatz dazu erwirtschaften Taiwans Unternehmen über 70 % ihrer Umsätze im Ausland. Diese Exporte sind aber keine minderwertigen Produkte und auch keine Rohstoffe,
die zyklischen Schwankungen bei Nachfrage und Preisen unterliegen – Merkmale, die in der Vergangenheit häufig mit Schwellenländern assoziiert wurden. Taiwans gut ausgebildete Arbeitskräfte waren schon immer das Rückgrat für den ständigen Aufstieg des Landes entlang
der Wertschöpfungskette im verarbeitenden Gewerbe. Inzwischen ist das Land ein Exporteur von Technologiekomponenten und essenziellen Halbleiterchips, die die Rechenleistung für moderne Technologien liefern. Diese Produkte werden für die Weltwirtschaft immer wichtiger und dieser Umstand ist ein bedeutender Erfolgsfaktor für Taiwans Wirtschaft. Aus unserer Sicht zeigt das Beispiel Taiwan deutlich, wie sich Schwellenländer in den letzten zehn Jahren zu einer höherwertigen Anlageklasse entwickelt haben, die ihr Ertragswachstum aus nachhaltigeren Quellen speist. Die Pandemie hat einige langfristige Themen beschleunigt, von denen Taiwan profitieren konnte und die nach unserer Auffassung weiter bestehen werden.

3.Wir sind der Meinung, dass die oft übersehene Anlageklasse der Grenzmärkte (GM) weiterhin deutliches langfristiges Wachstumspotenzial bietet. Die strukturellen Chancen gleichen denen der Schwellenländer vor 30 Jahren, allerdings dürften die Entwicklungen dank des technologischen Fortschritts jetzt wahrscheinlich viel schneller vonstattengehen. Für Anleger bieten die Grenzmärkte eine geografische Diversifikation in den Regionen Lateinamerika, Naher Osten, Afrika, Asien und Osteuropa. Wir haben gesehen, dass die Volkswirtschaften der Grenzmärkte eigenständige Reformen vorantreiben, um die makroökonomische Entwicklung zu unterstützen. Wir gehen davon aus, dass die Dynamik im Inland, die auf günstige demografische Entwicklungen und unzulänglich erschlossene Industriezweige ausgerichtet ist, die Grenzmärkte auf lange Sicht vorantreiben wird. Im Gegensatz zu den Industrieländern haben die meisten Grenzmärkte ein hohes Bevölkerungswachstum und ihre Erwerbsbevölkerung nimmt zu. Zudem bietet die schnelle Verstädterung der Grenzmärkte, gekoppelt mit einer geringeren Durchdringung von Basisdienstleistungen, potenzielle Möglichkeiten, einen wachsenden inländischen Verbrauchermarkt zu erschließen. Steigende Staatsverschuldung und höhere Arbeitslosigkeit gehören jedoch unserer Meinung nach zu den wichtigsten Herausforderungen, die die politischen Entscheidungsträger der Grenzmärkte beobachten und angehen müssten.

Ausblick

Einen besonders wichtigen Beitrag zur Performance der Schwellenländer leistete 2020 ihr Anteil am schnell wachsenden Technologiesektor. Schwellenländer haben sich ganz allgemein von Rohstoffen weg entwickelt und sind nun in Technologiebranchen sehr stark engagiert. Somit sind sie an führenden Innovationen beteiligt, die wiederum das industrielle Umfeld in allen Schwellenländern verändern. Vor allem digitale Disruption ist ein Trend, den wir schon länger aufmerksam beobachten, denn dadurch können wir Unternehmen mit ganz bestimmten Wettbewerbsvorteilen in den Bereichen Technologie und Innovation entdecken.

Wir beobachten zum Beispiel weiterhin enormen Zuwachs bei Online-Konsumverhalten, Geräten und Unternehmen. Cloud-Computing und Rechenzentren, das Internet der Dinge, Hochleistungsrechner, künstliche Intelligenz, das Upgrade auf 5G (Mobilfunk der fünften Generation) und darüber hinaus dürften die Nachfrage nach Prozessoren und Speicherlösungen weiter antreiben. Aus unserer Sicht dürften sich Unternehmen mit hoher und nachhaltiger Ertragsstärke 2021 weiterhin gut entwickeln, auch wenn einige Internetunternehmen nach der von der Coronakrise beförderten Steigerung eventuell etwas niedrigere Wachstumsraten erwirtschaften.

Zudem möchten wir die langfristige strukturelle Unterstützung der Verbraucher in den Schwellenländern nutzen, deren Kaufverhalten zunehmend durch Konsum und das Streben nach Premium-Gütern geprägt ist. Wir halten zum Beispiel die Chance durch Verbraucher in China nach wie vor für eine der attraktivsten und aufregendsten Anlagemöglichkeiten. Chinesische Verbaucher haben die Pandemie weitgehend überstanden und eine sehr große Mittelschicht steht schon bereit und möchte ihr Geld für bessere Erfahrungen, Waren und Dienstleistungen ausgeben. Diese Neigung hat mitten im Konsum eine Chance für eine Hinwendung zu Premium-Qualitäten geschaffen.

Für die Zukunft sind die Ertragsaussichten für Unternehmen und Regionen aber von verschiedenen Faktoren wie dem Verhältnis zwischen den USA und China, der Entwicklung im weltweiten Gesundheitswesen und der Wiedereröffnung der Wirtschaft abhängig, wenn die Gesellschaften sich darum bemühen, eine Form der Normalität wiederzuerlangen.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Für Aktien begann das Jahr 2021 mit einem positiven Impuls – die Märkte gingen nach den für die Demokraten erfolgreichen Senatswahlen in den USA von einer Ausweitung der Konjunkturpakete aus. Mögliche Verzögerungen dieser Konjunkturpakete, bedenkliche Aktienbewertungen, ein Wiederaufleben der Pandemie bei nur langsam anlaufenden Impfkampagnen und der Verbreitung neuer Coronavirus-Varianten ließen den Aufwärtstrend jedoch ins Stocken geraten. Schwellenländeraktien konnten ihre Gewinne im Januar halten, während Aktien aus Industrieländern den Monat mit Verlusten abschlossen. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Monatsverlauf um 3,1 % zu, während der MSCI World Index um 1,0 % zurückging (jeweils in US-Dollar).1

 

Die wichtigsten Veränderungen in den Schwellenländern im Januar 2021

  • Schwellenländertitel aus Asien entwickelten sich im Februar besser als der Gesamtmarkt für EM-Aktien. Ostasiatische Märkte stiegen auf breiter Front. Sowohl Taiwan als auch China überstiegen mit ihren veröffentlichten Wachstumszahlen für 2020 die Erwartungen und gehörten damit zu den wenigen Märkten weltweit, die in der Pandemie keinen Abschwung hinnehmen mussten. Taiwan profitierte von starken Technologieexporten. Chinas Wirtschaftsdaten halfen den Anlegern, neuen Corona-Clustern, strengerer regulatorischer Aufsicht über die Internetindustrie und Spannungen zwischen den USA und China weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Märkte in Südostasien waren jedoch weitgehend rückläufig. Die Philippinen mussten 2020 den schlimmsten wirtschaftlichen Rückgang innerhalb eines Jahres hinnehmen und die Entdeckung einer neuen Coronavirus-Variante in dem Land ließ den Markt vorsichtig werden. Malaysia rief den Notstand aus und weitete wegen eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Fälle Bewegungseinschränkungen aus.
  • Lateinamerikanische Märkte zählten im Januar zu den Schwächsten. Mit Ausnahme Chiles, das ein kleines Wachstum erzielte, schrumpften alle Märkte in der Region. Die Schwächung der Landeswährungen und Gewinnmitnahmen nach einem starken vierten Quartal 2020 waren die Hauptgründe für diesen Rückgang. Brasilianische Aktien standen wegen der Bedenken rund um die Haushaltslage des Landes und die Coronasituation sowie den schwachen Real unter Druck. Die brasilianische Zentralbank ließ die Leitzinsen unverändert und betonte, wie wichtig die Aufrechterhaltung geldpolitischer Stützungsmaßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Pandemie sei. Unterstützt durch die Stärke im Außenhandel entwickelte sich der mexikanische Markt jedoch besser als die Region insgesamt. Dort wuchs auch das BIP im letzten Quartal 2020 schneller als erwartet.
  • Die Märkte in Europa, im Nahen Osten und in Afrika verzeichneten durchwachsene Ergebnisse; der Nahe Osten
    und Afrika entwickelten sich besser als die Märkte in Europa. Der Markt der Vereinigten Arabischen Emirate schloss den Monat mit zweistelligen Zuwachsraten, da bei der Verteilung des Impfstoffes an die Bevölkerung große Fortschritte erzielt wurden und es Berichte gab, die Regierung werde eventuell mehr Auslandsinvestitionen in die Telekommunikationsbranche zulassen.
  • Pläne zum Beginn der Impfungen in Südafrika und zeitgleiche Erwartungen einer Wiedereröffnung in einigen Landesteilen sowie ein weiterer Rückgang der Corona-Infektionszahlen hatten positive Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Trotz höherer Ölpreise fielen russische Aktien im Januar, teils wegen eines schwächeren Rubels. Massendemonstrationen im ganzen Land und geopolitische Spannungen belasteten die Anlegerstimmung.

Wo liegen die Risiken

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken sogar noch höher. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Kleinere und neuere Unternehmen können auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich reagieren. Ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, besser etablierten Unternehmen, und sie können volatil sein.

Wichtige Hinweise

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1.Quelle: MSCI. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie
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