Investmentabenteuer in den Emerging Markets

Asien

Klimawandel und Schwellenländer

Die Schwellenländer unterscheiden sich beträchtlich in ihrer Herangehensweise bei der Eindämmung des Klimawandels. Manraj Sekhon, CIO von Franklin Templeton Emerging Markets Equity, erläutert die von wichtigen Ländern angekündigten klimabewussten Ziele und Pläne für die Bekämpfung der größten Umweltprobleme.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Unternehmen stellen sich auf vielerlei Weise auf den Klimawandel ein. Grüne Geschäftsmodelle in Bereichen wie z. B. Solarenergie und E-Autos bieten uns Anlagechancen. Wir investieren auch in CO2-intensive Unternehmen, die sich wirklich zur Dekarbonisierung bekennen und innovativ sind.
  • Durch unsere lokale Präsenz in den Schwellenländern sind wir in der Lage, diese Chancen zu erfassen und uns in den Unternehmen für positive Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen.

Eine vielfältige Landschaft

Die globalen politischen Maßnahmen sollen die Erderwärmung bis 2100 auf rund 3 °C über dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Dies bleibt weit unter dem Zielwert von deutlich unter 2 °C und vorzugsweise 1,5 °C des Pariser Abkommens. Einige Länder haben sich zur Erreichung dieses Ziels auf Netto-Null-Emissionen verpflichtet. Die Schwellenländer unterscheiden sich untereinander beträchtlich. Es gibt Länder, die sich ehrgeizige CO2-Ziele gesetzt haben, aber auch Länder, die noch keine nennenswerten Maßnahmen angekündigt haben.

Die Regierungen der Schwellenländer werden wachstumsfördernde Steuer- und Strukturreformen umsetzen müssen, die emissionsarme, resiliente und durch produktive und kosteneffiziente Klimapolitik gestützte Investitionen fördern, um eine klimaverträgliche Entwicklung zu erreichen. Vor diesem Hintergrund beinhaltet unser Ziel, die klimabezogenen Verpflichtungen unserer Zielunternehmen zu kennen, sowohl eine lokale als auch eine globale Perspektive, da wir uns bewusst sind, dass das Tempo der Dekarbonisierung und die jeweiligen Strategien sich weltweit unterscheiden werden.

Nehmen wir das Beispiel China: Das Land ist insgesamt betrachtet der größte CO2-Emittent, doch seine Pro-Kopf-Emissionen sind niedriger als in manchen Industrieländern. Wir sind daher bestrebt, die lokalen Anforderungen der Länder, Branchen und Unternehmen zu kennen, wenn wir Klimaaspekte in unseren Anlageprozess integrieren – ein pragmatischer und wirklichkeitsnaher Ansatz. Wir sind uns auch bewusst, dass manche Branchen sich schneller dekarbonisieren müssen als andere. Daher ist unser Ansatz sektorspezifisch. Dies hilft uns auch, unsere Bemühungen im Bereich Engagement zu priorisieren.

Länder bauen Klimaresilienz auf

Wichtige Schwellenländer haben klimabewusste Ziele (teils einschließlich von Gesetzen) zur Begrenzung und Reduzierung der Emissionen sowie direkte Pläne zur Bekämpfung der größten Umweltprobleme verkündet.

  • Die Bemühungen Chinas zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bis 2060 werden einen erheblichen Beitrag für die Welt leisten, denn auf das Land entfallen 30 % der weltweit CO2-Emissionen,[1] und seine Zusage macht zwei Drittel der Gesamtemissionen jener Länder aus, die sich zu Netto-Null-Emissionen bekannt haben. Die Wandlung des chinesischen Energiemix wird entscheidend sein, denn in China stammen die Emissionen größtenteils aus der Stromerzeugung und der Industrie. Die Politik hat diese Bereiche mit Richtlinien, die den Einsatz grüner Energie, CO2-effizienter Fertigung und von Energiespeicherung durchsetzen, ins Visier genommen. Schätzungen zufolge wird der Anteil von Wind- und Solarenergie an der chinesischen Stromerzeugung von weniger als 10 % im Jahr 2020 bis 2030 auf über 30 % steigen.[2] Die Zahl beträgt bereits fast 39 %, und 60 % ist mittlerweile ein mögliches neues Ziel.[3]
  • Auch wenn Indien sich vorerst noch kein Netto-Null-Ziel gesetzt hat, dürfte sein Plan, die Emissionsintensität seines Bruttoinlandsprodukts bis 2030 um 35 % gegenüber dem Niveau von 2005 zu verringern, echte Auswirkungen zeitigen.[4] Dieses ehrgeizige Ziel sowie seine Forderung an Staatsbetriebe, den Klimawandel einzudämmen, verleihen E-Autos einen Schub. Indien ist darüber hinaus bestrebt, den Anteil nicht-fossiler Brennstoffe an seiner gesamten Stromerzeugung bis 2030 auf 40 % zu steigern.
  • Brasilien hat bereits eines der saubersten Elektrizitätsportfolios weltweit. Mehr als 80 % seiner Energiequellen sind nachhaltig. Hierbei stammen nahezu 65 % aus riesigen Wasserkraftprojekten und mehr als 15 % aus Wind, Sonne und Biomasse.[5] Über die Pläne zur Diversifizierung der erneuerbaren Energiequellen hinaus verpflichtet sich die brasilianische Regierung, die Klimaneutralität 2050 und nicht erst 2060 zu erreichen, illegale Abholzungen bis 2030 zu unterbinden und die Mittel für die damit verbundene Strafverfolgung aufzustocken sowie die national festgelegte Zielquote einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 43 % bis 2030 gegenüber dem Niveau von 2005 einzuhalten.[6]

Unternehmen ergreifen Klimaschutzmaßnahmen

Der aktuelle Bericht des Weltklimarates – der erste große Überblick über die Wissenschaft zum Klimawandel seit 2013 – erhärtet die Beweise, die Emissionen und Wetter miteinander verknüpfen, und macht bestimmte Branchen und Regierungen direkt für diesen Wandel verantwortlich. Dies verstärkt den globalen Ehrgeiz, auf lange Sicht Netto-Null-Emissionen zu erreichen, und beleuchtet die Bedeutung dessen, dass die Kapitalmärkte sich anpassen müssen, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Klimakonferenz in Glasgow (COP26).

Unternehmen in den Schwellenländern stellen sich auf vielerlei Weise auf den Klimawandel ein. Manche sind um eine umfangreiche Dekarbonisierung in emissionsreichen Sektoren bemüht, während andere durch ihre Produkte und Dienstleistungen ökologische Lösungen bereitstellen. Der industrielle Wandel beschleunigt sich, denn viele Unternehmen setzen für die Reduzierung der CO2-Emissionen auf Technologie, beenden stark verschmutzende Industrieaktivitäten und ändern ihre Unternehmensstrategie hin zu grünen Geschäftssparten wie z. B. erneuerbaren Energien und E-Autos. Von besonderer Bedeutung sind technologische Fortschritte, mit denen die Energiedichte von Batterien verbessert und der Wirkungsgrad von Solarmodulen gesteigert werden können. Auch im Bereich grüner Wasserstoff werden hohe Investitionen getätigt.

Unsere Rolle bei der Lösung

Umsatzgenerierende grüne Geschäftsmodelle sind Anlagechancen, bei denen eine steigende Nachfrage und ein positiver Beitrag zu ökologischen Lösungen verknüpft sind. Die Solar-Lieferkette, die Herstellung von Elektrolyt, E-Autos und die Wasserstoff-Lieferkette sind wichtige Beispiele.

Wir investieren auch in Unternehmen in CO2-intensiven Sektoren wie z. B. Zement und Stahl, die sich wirklich zur Dekarbonisierung bekennen und innovativ sind. Diese Unternehmen spielen bei der Reduzierung der globalen Emissionen eine unverzichtbare Rolle. Da CO2 diesen Geschäftsmodellen wirtschaftliche Kosten aufbürdet, wird die Dekarbonisierung zu einem zu berücksichtigenden, wesentlichen ESG-Faktor.

Unser Anlageprozess beinhaltet Top-down-Studien zu Politik und Branche, Bottom-up-Research über die Unternehmen und eine umfassende ESG-Analyse einschließlich von Klimaaspekten. Sie alle helfen bei der Identifizierung von Anlagechancen und sollen die Portfoliorisiken insgesamt verringern. Die Einbeziehung wesentlicher ökologischer Themen in unsere Unternehmensprognosen kann zu Anpassungen der Wachstumsvorhersagen, Margenerwartungen oder Abzinsungssätze führen. Darüber hinaus ist für uns als Sachwalter des Vermögens unserer Kunden aktiver Dialog ein unverzichtbares Instrument, um den Weg eines Unternehmens hin zu ESG verstehen und fördern zu können. Dies wird durch unsere Präsenz vor Ort und den direkten Kontakt zum Management unterstützt.

Der Klimawandel wird noch für mehrere Jahrzehnte ein Thema sein, und seine Bedeutung wird mit unterschiedlicher Dynamik an den einzelnen Märkten noch zunehmen. Nach unserer Überzeugung bestehen Chancen bei Unternehmen, die Klimalösungen anbieten und die bei der Dekarbonisierung ihrer Tätigkeit innovativ sind. Daher ist die Fähigkeit eines Unternehmens, wesentliche Klimathemen zu bewältigen, eine entscheidende Komponente unserer Bottom-up-Beurteilung der Nachhaltigkeit der Gewinne. Wir sind bestrebt, unsere lokale Präsenz in den Schwellenländern zu nutzen, um diese Chancen zu erfassen und uns in den Unternehmen für einen positiven Wandel einzusetzen, damit bessere Ergebnisse erzielt werden können.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen in ausländische Wertpapiere sind mit besonderen Risiken verbunden, unter anderem Risiken in Zusammenhang mit politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, Handelspraktiken, Verfügbarkeit von Informationen, Marktbeschränkungen und Wechselkursschwankungen sowie Wechselkurspolitik; bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken noch stärker ausgeprägt. Sofern eine Strategie sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann sie anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als eine Strategie, die in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. China kann einer erheblichen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Instabilität unterliegen. Anlagen in Wertpapieren chinesischer Emittenten sind mit landesspezifischen Risiken verbunden, darunter bestimmte rechtliche, regulatorische, politische und wirtschaftliche Risiken.

Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

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[1] Quelle: Goldman Sachs Research, „China de-carbonization: A new eco-system of green tech“, 31. Mai 2021.

[2] Ebd.

[3] Quelle: Mint, „India to achieve target of reducing 35% emissions intensity before 2030: Javadekar“, 26. November 2020.

[4] Quelle: Press Information Bureau, Regierung von Indien, „Future power bids to include bids for advanced technology: said Shri R. K. Singh at ‘India PV Edge 2020’“, 6. Oktober 2020.

[5] Quelle: 0 Estado de São Paulo, „Brazil is a model in clean energy generation“, 9. Dezember 2020; Regierung von Brasilien, „Renewable energy sources represent 83% of the Brazilian electricity matrix“, 28. Januar 2020.

[6] Quelle: Regierung von Brasilien, „Brazil moves towards further reducing greenhouse gas emissions“, 22. April 2021.